23:01 12 November 2018
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    US-Soldaten bei der M-777 Haubitze (Archiv)

    Mehr Feuerkraft und Reichweite: US-Armee erneuert die Artillerie

    CC BY 2.0 / DVIDSHUB / Indiana Guard Fires Historic Artillery Mission
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    Die US-Armee wird ihr gesamtes Geschützarsenal überarbeiten. Das haben US-Militärs auf der Waffenmesse AUSA 2108 erklärt. Demnach sollen vor allem der Aktionsradius und die Schlagkraft der amerikanischen Artillerie verbessert werden.

    Erhöhte Reichweite, neue Munition, tiefgreifende Optimierung aller Geschütze – das sind die Eckpfeiler der Modernisierungsoffensive, die auf der AUSA 2018 vorgestellt wurde. Die US-Artillerie soll ihre Fähigkeiten auf allen drei Ebenen – der strategischen, taktischen und operativen – ausbauen, erklärten die Verantwortlichen.

    Die gute alte „Paladin“

    Das Kernstück der anstehenden Modernisierung ist die Weiterentwicklung der Panzerhaubitze M109 „Paladin“. Das Programm teilt sich in zwei Projekte auf: „Paladin Integrated Management“ zur Optimierung des Fahrwerks und „Extended Range Cannon Artillery“ zur Verbesserung der Rohrwaffe.

    Parallel dazu soll auch der Nachschubpanzer M992A2 entsprechend angepasst werden. Beide Fahrzeuge – die Haubitze und der Versorger – werden bei Abmessungen, dem Gewicht, Antrieb und Schutz modifiziert. Die „Paladin“ erhält außer dem neuen Geschütz auch eine Ladeautomatik und ein neues Lageinformationssystem.

    Letztlich erhält das US-Militär eine völlig neue Panzerhaubitze: mit der eigentlichen „Paladin“, der Vietnam-Veteranin, hat sie dann nur noch den Namen gemein. Die Lebensdauer des neuen Waffengeräts wird durch die Modernisierung bis 2050 verlängert. Somit hat die „selbstfahrende Kanone“ alle Chance ihr 90-jähriges Jubiläum im aktiven Dienst zu erleben.

    Hauptsächlich geht es bei der Modernisierung der US-Artillerie aber um die Entwicklung neuer Munition, sagte Will McDonough, Projektkoordinator beim Cross Functional Team der US Army, das für entsprechende Programme verantwortlich ist. Es sei wichtig, betonte McDonough, jedes neue Geschoss so zu konzipieren, dass es viel Potential für die Weiterentwicklung habe.

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    Die Modernisierung wird schrittweise ablaufen: Die M109-Haubitzen, die bereits ihren Dienst bei der US-Armee versehen, werden zunächst durch den Einsatz optimierter Munition ihre Reichweite erhöhen. Die neuen „Paladin“, die erst in Dienst genommen werden, sollen 70 Kilometer weit schießen können.

    Bisher ist bekannt, dass der Prototyp der neuen Panzerhaubitze mit einem Excalibur-Geschoss getestet wurde, welches das Ziel aus einer Distanz von 62 Kilometern getroffen haben soll. Das neue Rocket Assisted Projectile, also ein Geschoss mit unterstützendem Strahlantrieb, hat bei einer kürzeren Rohrwaffe eine Reichweite von 40 Kilometern erreicht.

    Der Entwickler verspricht die Reichweite des Projektils auf 70 Kilometer zu erhöhen und es zudem mit einem Präzisions-Kit zu höheren Treffergenauigkeit auszurüsten. Bis 2023 soll das Rocket Assisted Projectile in Serie gehen, die Excalibur-Geschosse werden bereits serienmäßig gefertigt. Laut dem Wehretat für 2019 kauft das Pentagon 4.633 Stück davon.

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    Wozu der ganze Aufwand

    Die US-Militärs betonen, die US Army habe einen großen Bedarf an „Tools“, um auf unterschiedliche Ziele einwirken zu können, seien es verstärkte Stellungen und Bunker oder mobile Systeme.

    Wenn die Vereinigten Staaten es mit einem Gegner von vergleichbarem technologischen Entwicklungsstand aufnehmen müssen (das beinhaltet auch eine weitentwickelte Luftabwehr), dann kommen sie mit Luftangriffen allein nicht mehr weiter. In diesem Fall ist die mobile Artillerie praktisch das einzige Mittel zur Feuerunterstützung der eigenen Truppen.

    Besonders auffällig ist in diesem Zusammenhang die Frist, die das Pentagon den Entwicklern für das Modernisierungsprogramm einräumt: Bis 2023 – also in spätestens vier Jahren – sollen die optimierten Waffensysteme in Serie gehen. Schneller entwickelten die US-Amerikaner ihre Waffen nur im Kalten Krieg.

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    Tags:
    Entwicklung, Artillerie, Waffen, Welle, Atomangriff, Folgen, Einsatz, Vernichtung, Explosion, INF-Vertrag, USA, Russland