23:00 12 November 2018
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    US-Soldaten während der Übungen Trident Juncture 2018

    Holpriger Auftakt: Nato-Manöver in Norwegen wird zur Pannenshow

    © REUTERS / Capt. Kylee Ashton/U.S. Air Force
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    In Norwegen hat am Donnerstag das seit 16 Jahren größte Nato-Manöver „Trident Juncture 2018“ begonnen. Daran nehmen insgesamt 50 000 Soldaten aus verschiedenen Nato-Ländern, 150 Flugzeuge, 60 Schiffe und mehr als 10 000 Kampffahrzeuge teil.

    Auf dem Programm der Übung stehen etwa 20 „Experimente“ in der Nähe der russischen Staatsgrenze.

    Eines dieser „Experimente“ sieht die Entfaltung eines Koordinierungs- bzw. Kommando-Moduls vor. Es ist für die Unterbringung und Führung der Luftstreitkräfte der Nato-Länder bestimmt. Besonders auffallend ist, dass im Rahmen der Übung Elemente von strategischer Umgruppierung trainiert werden, wobei die daran beteiligten Kräfte nach Nordeuropa aus verschiedenen Regionen der Alten Welt sowie Nordamerikas verlegt werden.

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    US-Soldaten im Rahmen der NATO Übungen Trident Juncture 2018
    © REUTERS / U.S. Marine Corps/Lance Cpl. Menelik Collins
    Zudem plant die Führung der Allianz das Üben von einzelnen Elementen der Entfaltung der strategischen Reservekräfte. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Vervollkommnung der mit der materiellen und technischen Versorgung verbundenen Fragen gerichtet.

    Kaum hat das Manöver begonnen, sprechen westliche Medien bereits von seinem Scheitern.

    “Business Insider” berichtete beispielsweise, dass am Vortag der Übung vier US-Militärs bei einem schweren Verkehrsunfall verletzt worden seien. „Der Unfall passierte, als drei Fahrzeuge miteinander kollidierten, während das vierte Verkehrsmittel von der Straße schlitterte, als der Fahrer den Zusammenstoß mit den drei anderen Autos vermeiden wollte“, geht aus einem Kommentar des US-amerikanischen Vereinigten Informationszentrums hervor.

    Aber das war nicht der einzige Zwischenfall. Das US-Landungsschiff „Gunston Hall“ musste in den Hafen zurückkehren, den es zuvor verlassen hatte. Diese Entscheidung wurde getroffen, nachdem das Schiff bei einem Sturm beschädigt worden war. Mehrere Matrosen zogen sich dabei Verletzungen zu.

    Aus Angst vor neuen Havarien und Verletzungen verfügte das US-Marinekommando, dass die anderen Schiffe im Hafen bleiben.

    Ein Sprecher der 6. Flotte sagte in einem Interview für die „Navy Times“, dass der Sturm für die „Gunston Hall“ „zu einer Herausforderung geworden“ sei, „allerdings im Rahmen ihrer Möglichkeiten“, und dass auch das Schiff „New York“ im Hafen bleiben werde, bis sich die Wetterbedingungen verbessern.

    In Moskau ist man auch trotz der Probleme, auf die die Nato zu Beginn der Übung gestoßen ist, darüber sehr beunruhigt, auch wenn Vertreter des Bündnisses beteuern, Russland müsse sich keine Sorgen machen, weil das Manöver nicht gegen Russland gerichtet sei.

    „Egal was die Allianz behauptet, ist ‚Trident Juncture‘ Teil eines umfassenden bewaffneten Konfliktes in Gebieten, die unmittelbar an Russland grenzen“, sagte der frühere Vizechef der operativen Hauptverwaltung des russischen Generalstabs Generalleutnant Valeri Saparenko.

    Verteidigungsminister Sergej Schoigu verwies seinerseits darauf, dass die Nato bei dieser Übung „den Mythos von der russischen Gefahr“ ausnutze. Nach seinen Worten werden die Teilnehmer des Manövers offensive Handlungen trainieren.

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    Allerdings wird Moskau nicht ganz abseits stehen: Russische und weißrussische Experten wurden zu der Übung als Beobachter eingeladen.

    Mehr noch: Russland geht in der Ostseeregion selbst aktiv vor. Am 22. Oktober hat ein Schiffsverband der Baltischen Flotte einen Zug in Richtung Nordatlantik begonnen. Seine wichtigste Aufgabe ist die Präsenz der russischen Marinekräfte  in diesem Raum, wie man beim Verteidigungsministerium in Moskau unterstrich.

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    Tags:
    Havarie, Verkehrsunfall, Manöver, NATO, Norwegen, USA