06:46 20 November 2018
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    Russischer Panzer des Typs T-14 Armata fährt das Gebäude der US-Botschaft bei der Siegesparade in Moskau vorbei (Archivbild)

    Panzerbau: Das Pentagon will die Russen mit einer Armata-Kopie kleinkriegen

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    Das US-Verteidigungsministerium hat seine Vision des amerikanischen Zukunftspanzers vorgestellt. Das „Kampfmonster“, wie die Verantwortlichen das Projekt nennen, soll nach 2021 fertig sein. Aus dem, was man jetzt darüber weiß, wird deutlich: der „Zukunfts-Abrams“ ist eine Kopie des russischen T-14 „Armata“.

    Leicht muss das neue Kampfgerät sein und agil, damit es Brücken befahren und von Flugzeugen dort abgesetzt werden kann, wo der Gegner es am wenigsten erwartet. Das ist eine der Anforderungen des Pentagons an den künftigen US-Panzer. Die regierungsnahe Non-Profit-Organisation „Institute of defense analysis“ (IDA) hat das Konzept im Detail vorgesellt.

    SEP V4 „Abrams“ soll das Kampfmonster heißen. Was es außerdem braucht, ist laut dem IDA „der beispiellose Schutz und die Lebensfähigkeit“ des heutigen Abrams, gepaart mit allerhand Hightech: Das Pentagon erwartet beim „Abrams-4“ einen autonomen Fahrmodus und eine Sensorik, die es dem Kampfpanzer ermöglicht, den Gegner schneller zu entdecken, bevor er von ihm entdeckt wird.

    „Stellen Sie sich vor, Sie wissen exakt, dass gleich ein gegnerischer Panzer oder ein schwerbewaffnetes Kampffahrzeug um die Ecke kommt, und dass die gegnerische Crew überhaupt keine Ahnung hat, dass Sie da sind“, schwärmt Michael Peck, Direktor für Landsysteme bei General Dynamics.

    Die sog. Joint Battle Command Platform (JBCP) soll die vorausschauende Kampfführung möglich machen. Die Plattform wird an ein GPS-gestütztes Datennetz mit „erheblich verkürzten Update-Zeiten“ angeschlossen. „In einer sich schnell verändernden Lage können schnelle Informationsupdates einen natürlichen Vorsprung bedeuten“, erklärt Peck.

    So weit so gut – doch das Pentagon-Programm hat ein Problem: „Neue leichte Verbundpanzerung und aktive Schutzsysteme werden nicht so schnell entwickelt wie ursprünglich erwartet“, heißt es beim US-Verteidigungsministerium. Mit anderen Worten: Es fehlt in den USA ein passiver Panzerschutz, der der russischen Panzerabwehrwaffe „Kornet“ standhalten könnte.

    Von einem Durchbruch im Panzerbau kann also auch beim SEP V4 „Abrams“ noch keine Rede sein. Womöglich wird auch deshalb auf dem Weg zum „Abrams-4“ ein Zwischenschritt eingelegt: General Dynamics hat einen M1A2 SEP V3 „Abrams“ vorgestellt, eine modernisierte, mit Reaktivpanzerung ausgestattete Variante des derzeitigen Kampfpanzers der US-Armee.

    Es wird berichtet, General Dynamics habe einen Auftrag für rund 1.500 Kampfpanzer dieses Typs erhalten. Offensichtlich werden im M1A2 SEP V3 „Abrams“ bereits Elemente seines künftigen Nachfolgers umgesetzt: ein aktiver Schutz, der innerhalb von Millisekunden Gefahren erkennt, und jede Menge elektronischer Helfer für die Crew.

    Und auch wenn der Geschützturm weitestgehend automatisiert wird: Die Besatzung bleibt im M1A2 SEP V3 erhalten. Die Upgrade-Variante des „Abrams“ ist also noch kein amerikanischer „Armata“, aber schon auf dem Weg dorthin.

    Als besonderes Feature erhält jedes Crewmitglied im M1A2 SEP V3 ein elektronisches Steuerpanel mit einem hochauflösenden Lagebildmonitor, der den eigenen Standort und die gegnerischen Stellungen anzeigt. Noch ist allerdings unklar, wie diese smarten Technologien auf einen „Beschuss“ durch die russischen oder chinesischen EloKa-Truppen reagieren würden …

    Aber schauen wir nochmal in die fernere Zukunft: Der „Abrams-4“ werde einen „Roboterblock“ statt eines bemannten Geschützturms haben, erklärte Michael Peck. Die Panzerbesatzung werde dadurch auf zwei Mann verringert werden können.

    Eine der wichtigsten Aufgaben, vor denen der Hersteller des amerikanischen Zukunftspanzers steht, ist die Gewichtsoptimierung. Der SEP V4 darf höchstens 55 Tonnen wiegen – 13 Tonnen weniger als das heutige Modell.

    Und außerdem erwartet das Pentagon, dass eine ganze Familie von Kampffahrzeugen auf der Basis des SEP V4 entwickelt werden kann. Auch das klingt der russischen „Armata“-Plattform verdächtig ähnlich.

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    Tags:
    Eloka-System, Kampfpanzer, Panzer M1A2, Kornet, US-Panzer Abrams, Panzer Abrams, Panzer T-14 Armata, T-14-Panzer, Armata, Pentagon, Michael Peck, Russland, USA