06:52 20 November 2018
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    Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu hat am Montag in Moskau seinen griechischen Amtskollegen Panos Kammenos getroffen

    Russische Waffen für Nato-Land: Was Griechenland von Russland braucht

    © Sputnik / Verteidigungsministerium Russlands
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    Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu hat am Montag in Moskau mit seinem griechischen Amtskollegen Panos Kammenos den Verlauf der militärischen Zusammenarbeit beider Länder erörtert, schreibt das Portal Gazeta.ru.

    Griechenland ist zum jetzigen Zeitpunkt das einzige Nato-Land, dessen Kooperation mit Russland in diesem Bereich auf hoher Ebene unterstützt wird.

    Schoigu hob zu Beginn des Treffens hervor, dass es in dem Gespräch beider Minister um die Erweiterung der Präsenz der Truppen der Nato-Länder, darunter der USA, in Griechenland sowie die militärtechnische Kooperation zwischen Athen und Moskau gehen werde. Kammenos betonte seinerseits, dass Griechenland auf die Festigung der militärtechnischen Zusammenarbeit mit Russland ausgerichtet sei.

    Nach Angaben der griechischen Medien könnte die Wartung russischer Militärtechnik in der griechischen Armee Hauptthema bei den Gesprächen gewesen sein. Die griechische Armee verfügt über das russische Flugabwehrsystem S-300PMU-1, das in das Verteidigungssystem der Nato integriert ist.

    Zypern hatte dieses Abwehrsystem 1999 erworben. 2006-2007 übernahm Griechenland die Rechte auf das System, weil die Türkei nicht wollte, dass Abwehrraketen S-300PMU-1 in Zypern aufgestellt werden. Das System wurde schließlich auf Kreta stationiert.

    Allerdings ist Zypern ein wichtiges Verbindungsglied in den russisch-griechischen Beziehungen im militärtechnischen Sinne.

    „Weit bekannt ist, dass wir mit Zypern ein gemeinsames Sicherheitssystem haben und seine Verteidigungssysteme zu 100 Prozent aus Russland stammen, weshalb wir mit der Einstellung der Beziehungen zu Russland in diesem Bereich mit der Verteidigung auch Zyperns aufhören würden, doch das ist äußerst wichtig für Griechenland“, sagte Kammenos früher.

    Bezüglich von weiteren Waffenlieferungen aus Russland sagte Kammenos, dass Griechenland mit der Aufhebung des Embargos unbedingt die weitere Kooperation in diesem Bereich besprechen wolle, darunter die Schaffung gemeinsamer Rüstungsunternehmen.

    Griechenland ist momentan das einzige Nato-Land, das über russische S-300-Systeme verfügt.

    Im Dezember 2013 hatte Athen erstmals erfolgreich das Abwehrsystem getestet. Dabei wurde nach Ausweichmanövern ein kleines unbemanntes Flugzeug aus einer Entfernung von 30 Kilometern und in einer Höhe von weniger als 2000 Metern getroffen. Medien berichteten damals von der großen Zuverlässigkeit der Raketen, die vor 15 Jahren in Betrieb genommen wurden.

    Neben S-300PMU-1 verfügt die griechische Armee über Flugabwehrkomplexe Tor-M1 und Osa-AKM. Griechenlands Landstreitkräfte verfügen über 21 Abwehrsysteme 9K331 Tor-M1. Weitere vier Komplexe stehen in der Flugabwehr dieses Landes. Einige Flugabwehrsysteme Tor sind auf Kreta stationiert, wo sie von S-300-Systemen geschützt werden.

    Zudem verfügt die griechische Armee über russische Panzerabwehr-Raketenkomplexe Kornet und Fagot und vier Luftkissen-Landungsschiffe Subr. Letztere wurden gemäß Vertrag 2000 bis 2004 geliefert.

    Griechenland hat 196 Startanlagen 9P196 für die Panzerabwehrkomplexe Kornet-E. Die Lieferung erfolgte in zwei Etappen nach einem 2001 mit dem russischen Waffenexporteur Rosoboronexport geschlossenen Vertrag für 278 Panzerabwehrraketenkomplexe. Kornet-E hat sich bei den Kampfhandlungen in Syrien bewährt. In der griechischen Armee sind 262 Einheiten der Panzerabwehrkomplexe Fagot in Betrieb.

    „Für die Flugabwehrkomplexe Tor-M1 und Osa-AKM wurden einst langfristige Verträge für die technische Wartung abgeschlossen. Die Bestandteile wurden im Laufe von mehreren Jahren geliefert. Für S-300 und Kornet haben die Griechen nie Bestandteile bestellt, ebenso für Subr“, sagte der stellvertretende Direktor des Zentrums für Analyse von Strategien und Technologien, Konstantin Makijenko.

    Es sei gut möglich, dass dies sich demnächst ändere, so der Experte.

    Nicht ausgeschlossen ist, dass der griechische Verteidigungsminister in Russland die Lieferung von Bestandteilen zu diesen Systemen besprochen hat.

    „Griechenland ist bislang das einzige Nato-Land, das eine umfassende militärtechnische Kooperation mit Russland pflegt. Man könnte vermuten, dass Athen auch weiter mit Moskau im Militärbereich kooperieren wird“, sagte Makijenko.

    Dem Experten zufolge haben Moskau und Athen gemeinsame Herangehensweisen bei der Lösung einer ganzen Reihe internationaler Probleme.

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    Moskau-Besuch, Waffenhandel, Zusammenarbeit, Waffenlieferungen, Osa, Kornet-E, Tor-Flugabwehrraketensysteme, Tor-Flugzeugabwehr-System, S-300, Verteidigungsministerium Russlands, NATO, Sergej Schojgu, Panos Kammenos, Sergej Schoigu, Athen, Zypern, Türkei, Griechenland, USA, Moskau, Russland