18:32 20 November 2018
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    Waffenausstellung Army-2018 in Kubinka, Russland (Archivbild)

    Rüstungsmarkt: USA verlieren den Vorsprung – und ziehen Russland mit

    © Sputnik / Witalij Beloussow
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    Über 500 ballistische Interkontinentalraketen hält die russische Armee für den Ernstfall in unterirdischen Silos oder auf U-Booten bereit. Das hat das Fachblatt „The National Interest“ errechnet. Um die USA zu zerstören, ist laut der Zeitschrift nur ein Bruchteil dieses Arsenals nötig. Deshalb brauche Russland keine weiterentwickelten Raketen mehr.

    Russland brauche keine neuen Raketen, falls es in einem Krieg die Vereinigten Staaten zerstören müsste. Der US-Raketenschild sei gegen russische Flugkörper ohnehin wirkungslos, schreibt „The National Interest“.

    Was auf den ersten Blick wie eine Anerkennung russischer Raketentechnik aussieht, ist in Wirklichkeit eine Falle, sagt der Rüstungsexperte Alexander Assafow:

    „Die USA müssen sich sehr anstrengen, um ihre Führungsposition auf dem internationalen Rüstungsmarkt zu behaupten. Selbst der US-Präsident hat gesagt, dass die Vereinigten Staaten damit große Probleme haben. Deshalb versuchen US-Expertenб die Verantwortlichen in Russland über die Fachpresse einzulullen.“

    Die „neuen Raketen“, von denen im Fachblatt die Rede ist, sind das Hyperschall-Raketensystem „Avangard“. Russlands Präsident Wladimir Putin hat angekündigt, die russischen Streitkräfte würden das System demnächst in Dienst stellen. Dieser Flugkörper kann in den höchsten Schichten der Erdatmosphäre mit Hyperschallgeschwindigkeit interkontinentale Entfernungen zurücklegen.

    Dass Russland keine „Avangard“-Systeme brauche, um die USA zu zerstören, begründet „The National Interest“ mit den angeblichen Mängeln des US-Raketenschirms: Die Vereinigten Staaten hätten keinen ausreichenden Schutz gegen ballistische Raketen, schreibt die Zeitschrift.

    „Die Amerikaner erkennen, dass sie mit bestimmten russischen Systemen nicht mehr mithalten können. Diesen Abstand aufzuholen, würde viel Zeit und enorme Mittel verschlingen. Amerika hat zum Beispiel den Markt in Lateinamerika verschlafen: Diese Länder kaufen jetzt russische Waffen. Es gibt auch Verträge mit Russland, der Türkei und Saudi-Arabien“, sagt der Experte.

    Die US-Regierung versucht natürlich, zumindest einen Gleichstand mit Russland in Sachen Rüstung zu erreichen. „Die USA werden auch im nächsten Jahr sehr viel für Rüstung ausgeben. Dieser enorme Rüstungshaushalt ist auch darauf gerichtet, den technologischen Abstand zu Russland aufzuholen.“

    Erst vor wenigen Tagen schrieb „The National Interest“ über russische Flugabwehrsysteme. Diese seien „sehr fortschrittlich und leistungsstark“ und hätten keine Pendants in der ganzen Welt.

    Die speziellen Vorteile der russischen Flugabwehrsysteme seien deren Mobilität und die Fähigkeit, auch Tarnkappenjets zu erkennen und zu bekämpfen. „Dabei hat sich Russland dem Wettrüsten noch gar nicht angeschlossen, welches ganz sicher bald schon starten wird – vor allem im Weltraum und in der Arktis“, sagt der Experte.

    Das jüngste Nato-Manöver in Norwegen habe gezeigt, so der Analyst, dass die Arktis und der Norden allgemein für die USA aus strategischer Sicht „besonders wichtig“ seien.

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    Tags:
    Flugabwehrsystem, Rüstung, Waffenhandel, Waffen, Avangard, Wladimir Putin, Nahost, Türkei, Saudi-Arabien, USA, Russland