11:55 13 Dezember 2018
SNA Radio
    Russische Kampfjets Su-57US-Kampfjets F-22

    Su-57 vs. F-22: Russland hat den besten Jet – Amerika hat die beste Luftwaffe

    © Foto: Verteidigungsministerium Russlands © Foto: DoD/ U.S. Air Force/ Airman 1st Class Kenneth W. Norman
    1 / 2
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Iswestija
    171466

    Russlands neuester Kampfjet – die Su-57 – ist für die Zukunft bestens gerüstet. Weil die Maschine multifunktionsfähig ist, hat sie sogar den Rivalen aus den USA eine Menge voraus, schreibt die Zeitung „Iswestija“. Dennoch ist die US Air Force den russischen Luft- und Weltraumstreitkräften mächtig überlegen …

    Die „Feuertaufe“ in Syrien hat die Su-57 allem Anschein nach ohne große Beanstandungen durchlaufen. Für die russischen Flugzeugbauer ist das eine gute Nachricht: Sie haben es in den zurückliegenden Krisenjahren nicht verlernt, hervorragende Kampfflugzeuge zu bauen.

    Auch die direkte Rivalin der Su-57 – die amerikanische F-22 – wurde in Syrien kurz eingesetzt. Von der vielfach versprochenen „Unsichtbarkeit“ konnte dabei keine Rede sein. Die Tarnkappenjets der US Air Force konnten von russischen Abfangjägern geortet und verfolgt werden.

    Das größte Problem der F-22 ist das aber nicht. Vielmehr fällt etwas anderes negativ auf: „Der amerikanische Kampfjet ist auf ein sehr enges Aufgabenspektrum beschränkt“, sagt Michail Strelez, Chefingenieur beim russischen Suchoi-Konzern. „Die F-22 wurde von Anfang an als reiner Abfangjäger konzipiert.“

    Erst im Nachhinein hätten amerikanische Entwickler begriffen, dass es ein fataler Fehler gewesen sei, die F-22 nur auf den Einsatz von Luft-Luft-Raketen auszulegen, so der Fachmann. „Dann versuchten sie zwar, Präzisionsbomben und Raketen für den Einsatz gegen Bodenziele im Waffenschacht des Tarnkappenflugzeugs unterzubringen. Aber sie passten in das Innere des Flugzeugrumpfs nicht hinein.“

    Anders verhält es sich mit der russischen Su-57:

    „Die Multifunktionsfähigkeit ist der größte Trumpf des russischen Kampfjets im modernen Krieg“, so Strelez. „Die Su-57 umfasst die Funktionen der F-22 und der F-35: Sie bekämpft sowohl Luft- als auch Bodenziele und ist bei manchen Parametern besser als die amerikanischen Maschinen.“

    Gerechtigkeitshalber muss gesagt werden, dass die US-Ingenieure bei der Entwicklung der F-22 Anfang der Neunzigerjahre nur eine ungefähre Vorstellung vom Krieg der Zukunft hatten. Sie mussten absolutes Neuland erschließen. Als „Nachzügler“ hat es der russische Kampfjet deshalb leichter.

    Aber am Ergebnis ändert das letztlich wenig. Spätestens im Syrien-Test hat sich gezeigt, dass die russischen Ingenieure den richtigen Weg gegangen sind. Die Su-57 warf in Syrien keine ungelenkten Bomben ab, sondern feuerte eine Lenkrakete ab, welche Bodenziele in bis zu 300 Kilometern Entfernung bekämpfen kann.

    Doch auch in der Luftkampf-Funktion – der ureigenen Disziplin der F-22 – ist die russische Maschine der amerikanischen Rivalin überlegen. Für die Su-57 wurde nämlich eine Luft-Luft-Rakete mit 300 Kilometern Reichweite entwickelt – die R-37M. Die vergleichbare amerikanische Rakete AIM-120 AMRAAM schafft gerademal 200 Kilometer.

    Der einzige Minuspunkt der Su-57 sind die Triebwerke AL-41F1. Sie sind der Grund, warum westliche Experten dem russischen Jet den Status eines Kampfflugzeugs der 5. Generation lange Zeit verweigerten.

    Diese Triebwerke sollen aber durch das sog. Erzeugnis-30 ersetzt werden:  durch neue Triebwerke, die in Bezug auf Schub, Gewicht und Treibstoffverbrauch laut dem Hersteller schon zur Generation 5+ gehören.

    Und das ist auch nötig, denn die russischen Ingenieure haben für Jahrzehnte voraus ein großes Entwicklungspotenzial in die Su-57 hineinkonzipiert. Beispielsweise kann aus der derzeit bemannten Version des russischen Kampfjets künftig ohne großen Aufwand ein unbemanntes Gerät entwickelt werden.

    Weil für die Steuerung dann kein Pilot mehr in der Maschine sitzen muss, wird das Flugzeug Belastungen von bis zu 10g dauerhaft ausgesetzt werden können. Extreme Flugmanöver werden dadurch möglich.

    Das Bordradar der Su-57 verschafft dem Kampfjet einen weiteren Vorteil. Das System basiert auf einer Phased-Array-Antenne und besteht aus Komponenten, die über die Tragfläche verteilt sind, um mehrere Luftraumsektoren gleichzeitig zu überwachen. Das Multifunktionsradar der Su-57 kann auch zur Navigationssicherung und Lageaufklärung eingesetzt werden.

    Ein weiteres Plus der russischen Maschine ist die Kurzstart und —landefähigkeit. Die Su-57 kann von ultrakurzen Start- und Landepisten aus operieren. Das eröffnet eine weitere Einsatzmöglichkeit für den russischen Allrounder: Als bordgestützter Kampfjet der 5. Generation, zum Ersatz der Su-33 und MiG-29K, die auf dem russischen Flugzeugträger eingesetzt werden.

    Im Vergleich zu den Fähigkeiten der Su-57 kann keine ihrer Rivalinnen – ob aus den USA, Japan oder China – den Einsatzanforderungen eines Multifunktionskampfjets für die moderne Kriegsführung in vollem Umfang gerecht werden. Es kann auch sein, dass die US Air Force ein völlig neues Flugzeug brauchen wird, um diesen Einsatzwert zu erreichen.

    Einen Haken hat die Geschichte mit der russischen Su-57 aber doch: Noch hat Russland kein einziges Serienflugzeug dieses Typs im Einsatz. Die USA hingegen verfügen bereits über 187 F-22-Maschinen und 320 F-35-Jets.

    Selbst wenn es 100-prozentig stimmt, dass das russische Flugzeug dem amerikanischen überlegen ist: Die USA haben wenigstens welche – Russland nicht.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Luftstreitkräfte, Vergleich, Kampfjets, F-35, MiG-29, Su-57, F-22 Raptor, F-22, USAF, U.S. Air Force, Boeing, Northrop Grumman, Sukhoi-Konzern, Russland, USA