02:51 12 Dezember 2018
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    Folgen des Raketenbeschusses seitens Gazastreifen in der israelischen Stadt Ashkelon

    Wenn die „Stahlkuppel“ Löcher hat: Israels Flugabwehr lässt Raketen durch

    © REUTERS / Amir Cohen
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    Swobodnaja Pressa
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    Die Lage zwischen Israel und der Hamas eskaliert wieder: Mindestens 460 Raketen wurden laut Medien kürzlich aus dem Gazastreifen auf israelisches Gebiet abgefeuert. Eigentlich hätte die Flugabwehr der israelischen Armee diese Bedrohung ausschalten müssen. Doch die meisten Flugkörper haben ihr Ziel erreicht, schreibt das Portal „Swobodnaja Pressa“.

    Gegen Kleingeschosse und Kurzstreckenraketen aus dem Gazastreifen hat Israel die „Stahlkuppel“. Nämlich, das Flugabwehrsystem „Iron Dome“, das vor sieben Jahren in Dienst gestellt wurde. Finanziert wurde das Projekt hauptsächlich von US-Steuerzahlern. Auf über 900 Millionen beliefen sich die Entwicklung, der Bau und die Optimierung des Systems insgesamt.

    Auch im Betrieb ist das Abwehrsystem nicht gerade günstig. Rund 40.000 Dollar kostet der Start einer „Tamir“-Abfangrakete den Staat Israel. Beim letzten Angriff aus dem Gazastreifen haben die Israelis auf diese Weise circa 20 Millionen Dollar verschossen.

    Und das mit überaus mäßigem Erfolg: Die Trefferrate betrug höchstens 25 Prozent, schreibt das Portal. Wohlgemerkt: Eingesetzt wird der „Iron Dome“ gegen einfachste, mit primitiven Mitteln gebaute Geschosse der Hamas – wobei nicht auszuschließen ist, dass beim jüngsten Angriff auch einige Dutzend Kassam-Raketen auf Israel abgefeuert wurden.

    Ist das schlechte Ergebnis überraschend? Das muss es nicht sein, schreibt das Portal „Swobodnaja Pressa“.

    Bereits im November 2012 mahnte der Physiker und Professor am MIT Theodore Postol, die Erfolgsrate des israelischen Flugabwehrsystems sei „sehr gering, gerademal fünf Prozent – oder womöglich noch weniger“. Zu diesem Ergebnis kam der Wissenschaftler laut dem Portal, nachdem er einen Einsatz des „Iron Dome“ sehr genau analysiert hatte.

    Dass die Opferzahl bei dem Angriff gegen Israel im November 2012 relativ gering gewesen war, erklärten Medien damals durch die hohe Wirksamkeit der israelischen Flugabwehr. Der Professor vom MIT wertete jedoch die Fotos und Videos aus, die die Flugabwehrsysteme bei der Arbeit zeigten.

    Sein Ergebnis laut dem Portal: Israels relativ geringe Verluste bei dem Angriff seien dem israelischen Zivilschutz zu verdanken – und nicht dem „Iron Dome“. Es hat sich nämlich gezeigt, dass das System seine Abfangraketen mit einer Zeitverzögerung von 15 Sekunden startet – viel zu spät, da eine „Kassam“-Rakete nur 13 Sekunden vom Gazastreifen bis nach Israel braucht.

    Professor Postol bemängelt außerdem, dass die Abfangrakete ein Hamas-Geschoss direkt von vorne treffen müsse, um es wirksam abzuwehren, schreibt das Portal.

    „Trifft die Abfangrakete das Heck des Geschosses, beschädigt sie nur die Düse. Das verändert zwar die Flugbahn des Eindringlings, hat aber sonst keine weiteren Folgen. Das Geschoss wird höchstwahrscheinlich in den Boden einschlagen und explodieren. In dicht bebauten Städten ist das in jedem Fall sehr gefährlich.“

    2014 untersuchte der Wissenschaftler vom MIT die Funktionsweise des „Iron Dome“ erneut. Aber eine Verbesserung der Leistungsparameter konnte nicht festgestellt werden, wie die „Swobodnaja Pressa“ schreibt.

    Zahlreiches Bild- und Videomaterial belegt, wie die „Tamir“-Abfangraketen versuchen, die Hamas-Geschosse aus dem Gazastreifen von hinten einzuholen, während die Abfangraketen des russischen Abwehrsystems „Panzyr-S“ das Ziel direkt von vorn oder von der Seite treffen.

    Angesichts der Flugbahn und Geschwindigkeit israelischer Raketen ist eine effektive Abwehr höchst unwahrscheinlich. Eine mögliche Lösung wäre die Verwendung gänzlich anderer Zielalgorithmen, als es die israelischen Abwehrsysteme tun…

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    Tags:
    Raketenbeschuss, anfällig, Luftabwehr, Panzyr-S, Verteidigungsministerium Israels, Hamas, Nahost, Gazastreifen, Israel, Palästina, Russland