01:15 14 Dezember 2018
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    US-Militärausbilder der 1. Brigade zur Unterstützung der Sicherheitskräfte (Security Force Assistance Brigade – SFAB)

    Security Force Assistance Brigade: US-Militärausbilder sorgen für kurze Zündschnur

    © AP Photo / John Bazemore
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    Die US-Militärzeitung „Stars and Stripes“ hat dieser Tage unter Berufung auf Heeresminister Mark Esper berichtet, dass das Pentagon bis Ende 2019 fünf Einheiten von Militärausbildern ins Leben rufen wolle.

    Wie die Website “Zvezdaweekly.ru” am Dienstag erläutert, wird die Aufgabe dieser Einheiten darin bestehen, Partner der USA bei der Ausbildung bzw. Vorbereitung des militärischen Personals zu unterstützen.

    „Legion“ geht auf Kriegspfad

    In Afghanistan agiert bereits die 1. Brigade zur Unterstützung der Sicherheitskräfte (Security Force Assistance Brigade – SFAB). Diese Abteilung, die den Namen „Legion“ trägt, wurde auf dem Stützpunkt Fort Benning gebildet, wobei Oberst Scott Jackson die Führungsrolle spielte. Jackson hatte mehr als 28 Jahre lang beim Militär gedient und war unter anderem Militärberater des Gouverneurs einer der Provinzen im Irak. Diese Einheit besteht aus Freiwilligen.

    Die zweite solche Brigade wird gerade in Fort Bragg (US-Bundesstaat North Carolina) gebildet. Für das kommende Jahr ist die Bildung von drei weiteren Brigaden geplant – entsprechende Finanzmittel sind jedenfalls im Haushalt vorgesehen. Und insgesamt werden die US-Streitkräfte über sechs SFAB-Brigaden verfügen. Dabei wird die sechste der Nationalgarde angehören, deren Instrukteure aktuell in der Ukraine sowie in mehreren osteuropäischen Nato-Ländern aktiv sind.

    Bilden andere aus, verlieren aber eigene Schlagkraft

    Vorerst werden die SFAB-Brigaden quasi testweise zusammengesetzt. Die Brigade „Legion“ zählt beispielsweise 529 Mann, von denen 360 Offiziere sind, die als Instrukteure und Berater agieren.

    Die Mitglieder der Brigade erhalten neben dem Sold einen Bonus in Höhe von 5000 Dollar pro Jahr. Die primäre Ausbildung der SFAB-Spezialisten dauert acht bis zehn Wochen, wobei sie sich vor allem mit ausländischen Waffen, mit der Organisation von Truppenteilen und Abteilungen anderer Länder und mit ihrer Handlungstaktik vertraut machen.

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    Oberst Scott Jackson sagte dazu ohne falsche Bescheidenheit, dass er und seine Kollegen nicht nur Militärdienst leisten, sondern praktisch die Geschichte ihres Landes und ihrer Auslandseinsätze schreiben würden. Und die Idee zur Bildung der Ausbilderbrigaden ließ sich nach seinen Worten auf die erfolgreichen Erfahrungen der 10. Gebirgsjägerdivision der US-Armee bei der Ausbildung der irakischen Kräfte im Vorfeld der Offensive bei Mossul im Jahr 2016 zurückführen. Allerdings habe man im Pentagon damals eingesehen, dass die US-Militärs, die ausländische Soldaten ausbilden würden, selbst ihre Schlagkraft verlieren würden, ergänzte Jackson.

    „Die Bildung von neuen SFAB-Abteilungen, die sich auf Ausbildungsaufgaben konzentrieren, sollte 58 Kampfbrigaden von diesen Funktionen befreien, so dass sie sich mit der Vorbereitung auf potenzielle Einsätze (…) gegen solche Gegner wie Russland, China, Nordkorea oder Iran befassen könnten“, zitierte die Zeitung „Stars and Stripes“ den Minister Esper.

    Möglichkeit zur Entfaltung einer „Einheimischen“-Division

    US-Militärs sind in insgesamt 177 Ländern der Welt präsent, aber Washington will ihre Leben nicht riskieren und zieht es vor, dass regionale Konflikte von den jeweiligen regionalen Kräften geregelt werden. Dabei wollen die Amerikaner die Erfahrungen aus dem Irak-Krieg und verschiedenen Nahost-Konflikten weltumspannend einsetzen. Und deshalb brauchen sie immer mehr Militärinstrukteure.

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    Im Pentagon will man, dass jedes regionale US-Kommando (AFRICOM, EUCOM usw.) seine eigene SFAB-Brigade bekommt. Die von US-Beratern ausgebildeten regionalen Kräfte müssten dann entstehende Probleme aus eigener Kraft in den Griff bekommen. Notfalls sollen auf Basis der jetzigen SFAB-Brigaden vollwertige Truppenabteilungen von bis zu 4000 Mann gebildet werden. Diese Strukturen könnten als „Rettungsarmeen“ für weniger erfolgreiche Verbündete eingesetzt werden. Denn jetzt müssen sich beispielsweise die US-Spezialkräfte an der Rettung ihrer „Schüler“ aus den Reihen der so genannten „gemäßigten Opposition“ in Syrien selbst beteiligen.

    Nach US-Standards

    Aber die SFAB-Brigaden haben noch eine interessante Funktion: Sie sollen nicht nur schlagkräftige Abteilungen ihrer Verbündeten ausbilden, sondern auch an der Entwicklung der Militärstrukturen der „Satellitenländer“ und des Systems zur Truppenverwaltung nach den US-Standards intensiv teilnehmen. Im Rahmen dieser Arbeit sollen sie ausführliche Informationen über die Taktik und Kampfmittel der potenziellen Gegner sammeln. Das ist beispielsweise in der Ukraine offensichtlich, wo US-Instrukteure ukrainische Soldaten ausbilden, aber auch immer öfter in der Ostukraine, in der Nähe des Donezbeckens, auftauchen.

    Übrigens löste die Idee zur Bildung der SFAB-Brigaden eine heftige Diskussion in US-Militärkreisen aus. So zweifeln Vertreter der Spezialkräfte, die bis zuletzt die meisten Aufgaben zur Vorbereitung von „befreundeten“ Kampfstrukturen im Ausland erfüllten, daran, dass kurzfristig ganze 500 Militärausbilder geschult werden könnten. Denn eigentlich ist das eine Aufgabe für viele Jahre. Angesichts dessen fürchten sie, dass die Ausbildung der Militärberater zu einer zusätzlichen Belastung für sie selbst werden könnte.

    Egal wie, aber die 300 000 US-Soldaten, die außerhalb ihres Landes stationiert sind, werden in absehbarer Zeit eine Verstärkung bekommen, und vor allem unweit der russischen Grenzen.

    Und inwieweit dieses Projekt erfolgreich sein wird, wird sich erst mit der Zeit zeigen. Aber wenn man von den bisherigen Ergebnissen ausgeht, lässt sich das durchaus vorhersagen: Wo US-Instrukteure erscheinen, spannt sich nach einer gewissen Zeit die Lage an.

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    Tags:
    Entwicklung, Einheit, Ausbildung, Militär, Pentagon, NATO, Ukraine, Afghanistan, USA