13:20 25 März 2019
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    Ankunft russischer Langstreckenbomber vom Typ Tu-160 nach Venezuela

    Darum hat Russland Tu-160-Bomber nach Venezuela geschickt

    © AFP 2019 / Federico Parra
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    Zwei russische strategische Überschallbomber des Typs Tu-160 sind vor kurzem in Venezuela eingetroffen. Dort steht ihnen die Teilnahme an einer Militärübung bevor, wie die Online-Zeitung Vz.ru am Mittwoch schreibt.

    Den beiden „Weißen Schwänen“ (so werden die Bomber Tu-160 auch genannt) sind nach Südamerika darüber hinaus ein schweres Frachtflugzeug An-124 „Ruslan“ und eine Passagiermaschine des Typs Il-62 gefolgt.

    Beim russischen Verteidigungsministerium teilte man mit, dass der Flug über dem Atlantik, der Barentssee, dem Norwegischen und dem Karibischen Meer verlaufen sei. Das sei insgesamt eine Strecke von mehr als 10 000 Kilometern gewesen.

    Satellitenfoto von russischen Langstreckenbomber vom Typ Tu-160 auf dem Flugzeugplatz Maiquetia in Venezuela
    © REUTERS / ©2018DigitalGlobe/ Maxar company/ Handout
    Satellitenfoto von russischen Langstreckenbomber vom Typ Tu-160 auf dem Flugzeugplatz Maiquetia in Venezuela

    In Venezuela werden die russischen Flugzeuge gemeinsame Flüge mit Maschinen der Luftwaffe dieses Landes absolvieren. Der venezolanische Verteidigungsminister Vladimir Padrino Lopez kündigte an, dass diese Übung der Abwehr einer möglichen Aggression gewidmet sein werde. „Niemand in der Welt sollte Angst vor diesen Flugzeugen auf dem venezolanischen Territorium haben. Wir sind Erbauer des Friedens und nicht von Krieg“, betonte er.

    Die potenziellen Gegner zeigten keine Angst, beobachteten aber den Überflug der Russen aufmerksam. Jedenfalls wurden die russischen Maschinen eine Weile von Nato-Kampfjets begleitet. Im Pentagon bezeichnete man den Flug als „provokant“. Die Website „Washington Free Beacon“ verwies ihrerseits darauf, dass dies bereits der siebte Flug von Tu-160-Bombern nach Südamerika innerhalb der letzten sieben Monate gewesen sei.

    Auch US-Außenminister Mike Pompeo wollte da nicht schweigen: „Die russische Führung hat ihre Bomber durch die ganze Welt nach Venezuela geschickt. Die Völker Russlands und Venezuelas sollten das so sehen, wie es ist: Zwei korrupte Regierungen vergeuden öffentliche Mittel und unterdrücken die Freiheit, während ihre Bevölkerung leidet“, betonte er.

    Im Kreml ließ man auf eine Reaktion nicht lange warten. „Was die Geldverschwendung angeht, so sind wir damit nicht einverstanden. Und für ein Land, für dessen halben Militäretat ganz Afrika ernährt werden könnte, sind solche Aussagen aus meiner Sicht unangebracht“, sagte Präsident Putins Sprecher Dmitri Peskow.

    Das Mitglied des Gesellschaftsrats beim Verteidigungsministerium Russlands Igor Korotschenko erläuterte, dass das Ziel solcher Fernflüge darin bestehe, Einsätze in entlegenen Regionen durchzuführen. Zudem sei das ein politisches Signal an die USA gewesen, die aus dem INF- und dem New-START-Vertrag austreten wollen, die das nukleare Wettrüsten beschränken.

    Wenn man aber den politischen bzw. geopolitischen Aspekt einmal übersieht, muss man sagen, dass so ein weiter Flug rein technisch enorm schwierig ist, auch wenn sowjetische Militärflugzeuge vor 30 Jahren noch häufiger solche Flüge absolvierten.

    In der neueren Geschichte waren zwei Tu-160-Maschinen noch 2008 auf dem Militärflugplatz Libertador im Norden Venezuelas gelandet. Ein weiterer solcher Flug fand 2013 statt. Damals waren das aber „nur“ Flüge an sich. Und diesmal steht den russischen Piloten eine gemeinsame Übung mit den venezolanischen Kollegen bevor.

    Ein weiterer wichtiger Unterschied besteht darin, dass nur die Begleitflugzeuge eine Zwischenlandung gemacht haben, nämlich auf der Insel Sal (Kap Verde) – offenbar zum Nachtanken. Die beiden „Weißen Schwäne“ sind direkt nach Venezuela geflogen.

    Zwei russische Langstreckenbomber vom Typ Tu-160 auf dem Flugplatz Maiquetia in Venezuela
    © AFP 2019 / Federico Parra
    Zwei russische Langstreckenbomber vom Typ Tu-160 auf dem Flugplatz Maiquetia in Venezuela

    Experten zufolge wollte Moskau dadurch nicht nur seine Stärke und Hilfsbereitschaft gegenüber Venezuela den „westlichen Partnern“ zeigen, sondern auch die technischen Möglichkeiten der Tu-160-Bomber überprüfen. „Das war teilweise ein Übungsflug – Flug über eine so weite Distanz, zudem mit Nachtanken in der Luft“, zeigte sich der Generalleutnant der Luftstreitkräfte, Valeri Gorbenko, überzeugt.

    Fluginstrukteur Andrej Krasnoperow verwies seinerseits darauf, dass es durchaus normal sei, dass neben den beiden Tu-160-Maschinen auch eine An-124 mit technischem Personal und technischen Anlagen an Bord nach Südamerika geflogen sei. Und die Offiziere, die die gemeinsamen Flüge mit den Venezolanern planen werden, könnten nach seinen Worten mit der Il-62 geflogen sein.

    „Das ist ein Passagierflugzeug, und an Bord war möglicherweise eine Gruppe von Offizieren, die gemeinsam mit den Venezolanern den Beginn der Übung und deren Ziele bestimmen werden“, schloss Gorbenko nicht aus.

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    Tags:
    Militärflugzeug, Militärpräsenz, Langstreckenbomber, Manöver, Il-62, Tu-160M2, An-124, US Air Force USAF, Pentagon, Verteidigungsministerium Russlands, Nicolás Maduro, Sergej Schojgu, Donald Trump, Sergej Schoigu, Wladimir Putin, Karibik, Südamerika, Lateinamerika, Venezuela, USA, Russland