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06:42 23 Juli 2019
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    Die russische Drohne Orion-E

    Russlands Streitkräfte warten auf neue Drohnen

    © Sputnik / Alexej Filippow
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    Iswestija
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    2019 wird in Russland die Entwicklung gleich mehrerer unbemannter Flugapparate abgeschlossen, schreibt die Zeitung „Iswestija“ am Donnerstag.

    Im kommenden Jahr werden die Langstrecken-Drohne „Altius“ und die schwere Düsendrohne „Ochotnik“ zum ersten Mal abheben.

    Wie in jeder anderen Branche gibt es im unbemannten Flugwesen schwierige Projekte, die aus objektiven Gründen später als geplant fertiggestellt werden – wie dies beispielsweise bei der Entwicklung der Aufklärungsdrohne „Altair“ der Fall war.

    Erstmals in der Geschichte des russischen unbemannten Flugwesens wurde ein solches Gerät buchstäblich von Anfang bis Ende ausschließlich in Russland entwickelt und gebaut. Mehr als 70 High-Tech-Betriebe der Rüstungsbranche waren involviert.

    Gleitapparat, Lenkelemente, funkelektronische und Aufklärungsanlagen – alles wurde in Russland produziert. Denn bisher hatte es in den russischen Streitkräften keine Kampfdrohnen gegeben. Und endlich ist es soweit: 2019 soll die erste Maschine dieses Typs abheben, wie der stellvertretende Verteidigungsminister Russlands, Alexej Kriworutschko, neulich wissen ließ.

    Laut einer Quelle in der Rüstungsbranche ist praktisch alles zur Serienproduktion bereit: Einzelne Elemente werden modernisiert und auch die Software wird vervollkommnet. Dem Insider zufolge ist diese Drohne unter anderem für Einsätze im Hohen Norden geeignet. Große Arbeit wurde auch an den Waffen geleistet, mit der die Maschine ausgerüstet sein wird. Unter anderem geht es um lenkbare Flugbomben verschiedener Typen, sodass die „Altair“ hochpräzise Schläge versetzen könnte. Ihre Eigenschaften werden mit jenen der US-amerikanischen MQ-9-Drohne vergleichbar sein.

    Laut der Quelle könnte die neue russische Drohne mit verschiedenen Waffen ausgerüstet werden – unter anderem mit Ch-35-Anti-Schiffs-Raketen. Genaue Informationen zu diesem Aspekt sind allerdings nicht bekannt.

    Der Militärexperte Denis Fedutinow verwies darauf, dass Drohnen der MALE-Klasse (Medium-altitude long-endurance) auf dem internationalen Markt sehr gefragt seien – gerade weil sie größere Lasten, unter anderem Rüstungssysteme,  über längere Strecken befördern können. Darüber hinaus stellte er fest, dass es aktuell einen Trend zum Bau von größeren Drohnen mit vergrößerter Nutzlast gebe. In den USA werden nach seinen Worten beispielsweise Predator-Drohnen durch schwerere Reaper ersetzt. In der russischen Militärbehörde verstehe man ebenfalls die Relevanz schwererer Drohnenmodelle. Deshalb werde das Projekt „Altius“ in dieser oder jener Form umgesetzt, zeigte sich der Branchenkenner sicher.

    Was die Schlagkraft der neuen Drohne angehe, so könne sie gegen Überwasserschiffe auf hoher See eingesetzt, an Anti-Terror-Einsätzen teilnehmen und bei lokalen Konflikten verwendet werden. Ihre Effizienz wäre mit der von Schlachtflugzeugen vergleichbar.

    Neben „Altair“ wird in Russland auch ein anderes wichtiges Drohnen-Projekt umgesetzt. Dem Vizeminister Kriworutschko zufolge handelt es sich dabei um eine Drohne mit dem Index S-70, deren erster Flug für Frühjahr 2019 geplant ist.

    Die Entwicklung dieses Modells erfolgte unter Berücksichtigung der „Gesetze“, die für unauffällige Flugapparate gelten: An Bord gibt es spezielle innere Abteilungen für Waffen beziehungsweise Munition, der Motor ist abgedeckt, die Auffälligkeit für Funkmessgeräte enorm gering, und die Geschwindigkeit ziemlich hoch. Dies ist besonders wichtig bei „schnellen“ Kriegen. Denn wenn Fluggeräte in sehr geringer Höhe nahezu 1000 km/h erreichen können, erleichtern sie die Aufgabe für übliche Kampfjets und Bomber, wie auch für die Landtruppen.

    Für 2019 ist der Abschluss eines weiteren Großprojekts geplant – der Drohne „Orion“. Diese kann bis 200 Kilogramm Nutzlast an Bord nehmen und 24 Stunden in der Luft bleiben. Zudem befinden sich zwei weitere Drohnen-Projekte in der Anfangsphase.

    Für das kommende Jahr ist eine Reihe von Tests der neuesten Apparate geplant, nach denen das Verteidigungsministerium über die Aufnahme der ersten experimentellen Partie in die Bewaffnung entscheiden wird.

    Dass Drohnen gepanzerte Su-25-Schlachtflugzeuge vollständig ersetzen könnten, kommt zwar nicht infrage. Aber falls ihre technischen Daten unter Beweis gestellt werden, könnten sie vermehrt zum Einsatz kommen – schließlich haben diese Maschinen keine Piloten am Steuer, die Schmerzen empfinden oder nach einem zehnstündigen Flug müde werden könnten.

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    Tags:
    Luftangriffe, Aufklärungsdrohne, Drohne, Kampfjet, Kampfdrohne, Drohne Global Hawk, Su-25, Orion, Verteidigungsministerium Russlands, Russland