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05:39 20 August 2019
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    Produktion des französischen Kampfjets „Rafale“ (Archiv)

    Ägypten: Kampfjets aus Russland setzen französische „Rafale“ mächtig unter Druck

    © AP Photo / Bob Edme
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    Swobodnaja Pressa
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    Der Absturz einer „Rafale“ in Ägypten wirft auch zwei Wochen danach viele Fragen auf. Der Verkauf des französischen Kampfjets an Kairo stand ohnehin in heftiger Kritik, schreibt das Portal „Swobodnaja pressa“. Die Konkurrenz könne zuverlässigere Maschinen deutlich günstiger liefern.

    Die Lieferung französischer Kampfjets an die ägyptische Luftwaffe war von Anfang an ein umstrittener Deal. Medien mutmaßten, der Auftrag sei unlauter vergeben worden. Von Bestechung war die Rede. Und dann das noch: Am 28. Januar 2019 stürzt auf einem ägyptischen Stützpunkt ein Rafale-Jet ab – genau an dem Tag, an dem Frankreichs Präsident Macron zum Staatsbesuch in Kairo weilte und noch einen Verkauf von Kampfflugzeugen an Ägypten besiegeln wollte.

    Der abgestürzte Kampfjet war im April 2017 an Ägypten übergeben worden, im Rahmen eines Vertrages über den Kauf von 24 Jagdflugzeugen im Gesamtwert von 3,6 Milliarden Euro. Die Hälfte der Kaufsumme stellten französische Banken in Form von Krediten bereit. Hätte Frankreich diesen Auftrag nicht bekommen, hätte es das Ende der „Rafale“ bedeutet, schreibt das Portal. 

    Seit 2017 verhandelt Paris mit Kairo über den Verkauf weiterer Rafale-Jets. Dabei kommt es immer wieder zu Schwierigkeiten. Beispielsweise haben US-Behörden Frankreich verboten, den Marschflugkörper SCALP nach Ägypten zu exportieren. Die Rakete enthält Bauteile aus den USA. Ohne diese Waffe jedoch sinkt der Einsatzwert der französischen Flugzeuge erheblich.

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    Und jetzt auch noch der Absturz. Über die genauen Umstände des Unglücks ist wenig bekannt. Die Maschine steuerte jedenfalls ein sehr erfahrener Pilot: der 32-jährige Luftwaffenmajor Mohtady al-Shazly. Er konnte sich zwar rechtzeitig aus dem Flugzeug katapultieren, doch beim Schleudersitz versagte der Fallschirm. Der Major konnte sich nicht mehr retten, was zusätzliche Zweifel an der Zuverlässigkeit des französischen Kampfjets auslöst.

    Kritiker sagen, die ägyptische Führung versuche das Unglück soweit es geht zu vertuschen. Präsident Abd al-Fattah as-Sisi hat den Absturz des „Rafale“-Jets laut dem Portal nicht kommentiert. Medien berichten indes, Ägypten hätte andere Kampfflugzeuge deutlich günstiger kaufen können. Algerien etwa hatte seine Su-30-Jets zum Verkauf angeboten.

    Auch Russland liefert Kampfjets an Ägypten: Mehrzweckjäger MiG-29M/M2. Laut Medienberichten kosten 46 dieser Maschinen weniger als 2,5 Milliarden Euro. Zusammen mit den Flugzeugen erhält die ägyptische Luftwaffe auch die dazugehörige Bewaffnung: die Luft-Boden-Rakete Ch-31 und die Luft-Luft-Rakete R-77 mit einer Reichweite von 110 Kilometern.

    Dass die ägyptischen Streitkräfte über diese Waffe verfügen, verändert laut dem Portal die Kräfteverhältnisse in der Region. Denn die russische R-77 ist bei den Leistungsmerkmalen mit der amerikanischen AIM-120C identisch, die etwa die israelische Luftwaffe einsetzt. Bislang hatte Ägypten größtenteils die AIM-7M im Dienst. Diese Luft-Luft-Rakete aus amerikanischer Fertigung ist der größeren AIM-120C bei Reichweite und Schlagkraft klar unterlegen.

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    Jetzt, nach dem Absturz des französischen Kampfjets, ist die Sachlage jedenfalls so, dass die Exportaussichten für die MiG-29M deutlich besser sind. Der Schlüssel zum Erfolg sind nicht die russischen Jagdflugzeuge allein, sondern vor allem ihre leistungsstarken Luft-Luft-Raketen, so das Portal.

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    Tags:
    Lieferung, Druck, Flugzeuge, Absturz, Rafale, MiG-29, Ägypten, USA, Frankreich, Russland