06:20 06 Dezember 2019
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    Das russische Schnellboot des Typs BK-16 (Archivbild)

    Vor der Krim: Wofür setzt Russlands Grenzgarde neue Schnellboote ein?

    © Foto : Kalashnikov Media
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    Grenzschützer, die im russischen Kertsch stationiert sind, können ab sofort zwei neue Schnellboote bei Patrouillen in den Gewässern vor der Krim einsetzen. Die Verstärkung ist auch notwendig, schreibt die Zeitung „Gazeta“. Denn: Kiew gibt keine Ruhe.

    Provokationen in der Straße von Kertsch sind spätestens seit letztem November keine leere Drohung mehr, sondern eine reale Gefahr. Am 25. November 2018 fuhren drei ukrainische Schiffe aus dem Schwarzen Meer in die Straße von Kertsch und verletzten dabei nach offiziellen Angaben die russische Landesgrenze. Die Schiffsbesatzungen missachteten die Aufforderungen der russischen Grenzschützer, manövrierten gefährlich und wurden letztlich festgesetzt. Gegen die 24 ukrainischen Seemänner läuft ein Strafverfahren in Russland.

    Jetzt hat die russische Nationalgarde (die Rosgwardija), Verstärkung bekommen: zwei neue Schnellboote BK-16, eigentlich Transport- und Landeboote genannt. Die können bei einer Wasserverdrängung von zwanzig Tonnen 24 Menschen aufnehmen, sind mit neuester Kommunikations- und Navigationstechnik ausgerüstet und somit allwettertauglich, schreibt „Gazeta“.

    Die beiden Schnellboote sind vor kurzem nach einer Überfahrt von Sewastopol in Kertsch angekommen, wo sie bei einer feierlichen Zeremonie an die russische Nationalgarde übergeben wurden.

    „Die Seeleute der Rosgwardija setzen mit den Booten BK-16 ihre Mission zum Schutz der Gewässer fort“, heißt es in einer Mitteilung der Behörde laut dem Blatt.

    Die russischen Kräfte in der Straße von Kertsch mussten verstärkt werden, sagt der russische Abgeordnete Juri Schwytkin, Vize-Vorsitzender des Duma-Ausschusses für Verteidigung. Es handele sich um eine planmäßige Verstärkung mit dem Ziel, „mögliches provokatives Verhalten vonseiten der ukrainischen Führung oder anderer Staaten zu verhindern.“ Bei Bedarf würde die Rosgwardija weiter verstärkt werden, mit zusätzlichem Personal und Material, so der Parlamentarier laut der Zeitung.

    Denn als wäre der November-Vorfall nicht genug, droht Kiew gegenwärtig weitere Provokationen vor der Krim-Küste an. Die ukrainische Marine plane, wieder Schiffe entgegen allen Regeln in „dieses schwierige Gewässer“ zu entsenden – und auch noch die Nato in diese Aktion einzubinden, sagte erst vor wenigen Tagen der russische Außenminister Sergej Lawrow.

    Kiew habe einen „weiteren, illegalen Durchbruchsversuch ohne Anfragen, ohne Sicherheitsmaßnahmen, ohne Lotsen“ in der Straße von Kertsch anvisiert, so der russische Außenminister bei einem Briefing. Es gebe Informationen, wonach die Kiewer Führung Nato-Vertreter auf diese Schiffe einlade, „um gemeinsam mit der Nato durch die Straße von Kertsch durchzustoßen“.

    Aus dieser Absicht macht die Regierung in Kiew auch gar keinen Hehl, schreibt „Gazeta“. Präsident Poroschenko stieß Ende Februar die Drohung aus, ukrainische Schiffe würden wieder die Straße von Kertsch passieren, mit OSZE-Experten und Journalisten an Bord. „Ganz sicher“ würden die Schiffe durchfahren, „hundertprozentig“ werde die ukrainische Führung fordern, dass die Freiheit der Schifffahrt in der Straße von Kertsch gewährt werde, gemäß bilateralen Abkommen und der UN-Seerechtskonvention.

    Auf dem Recht auf freie Fahrt für ukrainische Kriegsschiffe im Schwarzen und Asowschen Meer besteht auch der Sicherheitsberater des ukrainischen Präsidenten Juri Birjukow: „Ja, wir werden es wieder tun“, in Anwesenheit internationaler Beobachter, sagte er hinsichtlich einer möglichen Durchfahrt der ukrainischen Marine durch die Straße von Kertsch laut der Zeitung.

    >>>Andere Sputnik-Artikel: Exklusiv: Ukrainischer Oligarch im Exil — "Poroschenko geht direkt in den Knast"<<<

    Die gleiche Haltung auch bei Oleksandr Turtschinow, dem Sekretär des nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates der Ukraine: „Wir bieten auch unseren Partnern an, sich an der Überfahrt aus den ukrainischen Schwarzmeerhäfen in die ukrainischen Häfen an der Küste des Asowschen Meeres zu beteiligen“, sagte er auf eine Frage der BBC, ob denn eine Wiederholung des November-Vorfalls möglich sei. Kiew habe vor, Vertreter der OSZE und anderer internationaler Organisationen zu dieser Aktion einzuladen. Das dürfe man nicht hinauszögern.

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    Tags:
    Schnellboot, Kriegsschiff, Provokation, Verstärkung, Schiff, Duma, OSZE, NATO, Juri Schwytkin, Petro Poroschenko, Sergej Lawrow, Schwarzmeer-Halbinsel Krim, Schwarzes Meer, Kertsch, Sewastopol, Krim, Russland, Ukraine