22:02 30 November 2020
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    Die US-Armee hat THAAD-Abwehrraketen aus Deutschland nach Israel verlegt. Einen Monat lang wollen die Amerikaner gemeinsam mit dem israelischen Militär üben, wie man die Einsatzfähigkeit von Raketenabwehrsystemen schnell sicherstellt. Die Übung soll ein Signal an Teheran sein – und nicht nur das, schreibt das Portal „Swesda“.

    Die THAAD-Raketen „verstärken die Fähigkeiten der israelischen Raketenabwehr zur Bekämpfung ballistischer Langstreckenraketen“, erklärte das israelische Militär laut dem Portal anlässlich der Übung. Dass die USA die Waffensysteme aus Deutschland nach Israel verlegt haben, diene nur Übungszwecken und habe mit „konkreten Ereignissen“ nichts zu tun.

    Der israelische Premier Benjamin Netanjahu (i.d.Mitte) besucht die US-Crew der THAAD-Luftabwehrsysteme in Israel
    Der israelische Premier Benjamin Netanjahu (i.d.Mitte) besucht die US-Crew der THAAD-Luftabwehrsysteme in Israel

    Soweit die offizielle Erklärung. Dass die USA überall auf der Welt Militärmanöver abhalten, ist nicht weiter überraschend. Überraschend ist nur, dass nur wenige Wochen nötig waren, um die Übung in Israel vorzubereiten. Derlei Manöver werden sonst mindestens ein Jahr im Voraus geplant, schreibt das Portal.

    Das israelische Verteidigungsministerium hat im Rekordtempo einen speziellen Stützpunkt im Süden des Landes aufgebaut, auf dem das Manöver stattfinden soll. Vorige Woche sind die ersten Fachleute und Militärs auf der Basis eingetroffen, weitere einhundert Spezialisten aus den USA werden erwartet. In den nächsten Tagen sollen auch ranghohe Vertreter beider Länder auf dem Stützpunkt ankommen, um die Übung zu beobachten.

    >>>Neue Strategie zur Raketenabwehr: Welche Rolle spielt Russland im Pentagon-Plan?<<<

    Das Manöver solle auch ein starkes Signal aussenden – vor allem an Teheran, schreibt „Swesda“. Das israelische Militär betont indes, die Übung sei eine weitere Gelegenheit, US-Waffensysteme in die eigenen bestehenden Strukturen zu integrieren. Mit anderen Worten: Es ist eine Vorbereitung darauf, künftig THAAD-Systeme aus den USA in Israel einzusetzen. Gegenwärtig stehen diese Abwehrraketen im Dienst der Vereinigten Arabischen Emirate, Südkoreas und Japans.

    „Für die USA ist es absolut wichtig, ihre Raketenabwehrsysteme bei Verbündeten zu stationieren. Sie verstärken dadurch hastig ihren eigenen Schutz – auch und vor allem wegen der Spannungen rund um den INF-Vertrag und andere Abrüstungsverträge“, sagt der Politologe Iwan Konowalow vom Zentrum für Strategiekonjunktur laut dem Portal.

    Das Pentagon hat unlängst den Rüstungskonzern Lockheed Martin damit beauftragt, THAAD-Systeme nach Saudi-Arabien zu liefern. Laut dem Portal hat der Vertrag einen Gesamtwert von rund 15 Milliarden Dollar. Vor eineinhalb Jahren, im Oktober 2017, hatte das US-Verteidigungsministerium erklärt, die Regierung in Riad habe darum gebeten, den Verkauf von 44 THAAD-Systemen, 360 Abwehrraketen und den dazugehörigen mobilen Kommunikations-, Feuerleit- und Radarstellen zu genehmigen.

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    Tags:
    Luftabwehrsysteme, Stationierung, Luftabwehrsystem THAAD, INF-Vertrag, USAF, Pentagon, Donald Trump, Benjamin Netanjahu, Nahost, Israel, USA