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    US-Bomber B-52 (Archivbild)

    Minenschleuder an Russlands Häfen: Bomber B-52 bekommt neuen Auftrag

    © Foto: U.S. Air Force / Staff Sgt. Andy M. Kin
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    Die US Air Force hat B-52-Bomber nach Europa verlegt. Die achtstrahligen Riesen wurden bei einem Manöver von Nato-Ländern eingesetzt und flogen auch in der Nähe der russischen Grenze. Eine neue Waffe macht diese Bomber jetzt auch für die russische Marine sehr gefährlich, schreibt die Zeitung „Iswestija“.

    Eigentlich soll die B-52 für den Fall des Dritten Weltkrieges am Boden gefechtsbereit auf eine Alarmierung warten oder mit Atomwaffen bestückt in der Luft patrouillieren. Dafür wurde dieses berühmte Bombenflugzeug einst entwickelt. Doch die B-52H – die vorläufig letzte Variante des Bombers – soll mehr können als das.

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    Der erste Kampfeinsatz war für die B-52H der Nato-Überfall auf Jugoslawien 1999. Der Bomber wurde konventionell eingesetzt – das heißt, mit nicht-nuklearen Marschflugkörpern und Lenkbomben. Inzwischen gibt es Pläne, die Dienstzeit der B-52H bis in die 2040er Jahre hinein zu verlängern, schreibt die Zeitung.

    Dafür würde die Maschine mit neuer Elektronik ausgerüstet, vor allem aber soll der Bomber künftig noch mehr Waffentypen tragen können – für Einsätze auch über Gewässern: in der Ostsee, im Pazifik oder im Schwarzen Meer, wo diese Maschinen laut dem Blatt bald erwartet werden.

    Dann würde die B-52H keine Marschflugkörper und keine Lenkbomben im Waffenschacht tragen, sondern Seeminen. Speziell für diesen Einsatzzweck hat die Air Force die Quickstrike-ER entwickelt. Eine freifallende Bombe diente als Basis. Jedoch ist die Mine, mit Flügeln, Leitwerk und GPS ausgerüstet, deutlich präziser. Und vor allem kann sie rund 90 Kilometer vor dem eigentlichen Ziel abgeworfen werden: Der Bomber muss nicht in den Bereich, in dem die gegnerische Flugabwehr ihn treffen könnte, hineinfliegen.

    Genau das ist der alles entscheidende Unterschied zur bisherigen Quickstrike-Mine. Die Vorgängerversion konnte nur wie eine gewöhnliche Flugbombe im Einsatzgebiet abgeworfen werden: direkt über dem Ziel, am besten im tieferen Flug – das Risiko abgeschossen zu werden, war deutlich größer.

    Mit der Quickstrike-ER verfügt die US Air Force dann über eine Waffe, mit der sie gegnerische Seestreitkräfte quasi einschließen kann. Die neue Mine verfügt über einen kombinierten Zünder, der auf Ziele reagiert, die in ihren akustischen und elektromagnetischen Eigenschaften einer gespeicherten Vorlage entsprechen. Die Bekämpfung der Mine durch falsche Ziele etwa wird dadurch praktisch unmöglich, schreibt die Zeitung.

    Kurzum: Die neue Mine ist smart. Und dabei relativ kostengünstig. Eine gefährliche Waffe: Dutzende davon können im Zielgebiet präzise verteilt werden, um einen schwerüberwindbaren „Minenwall“ zu bilden.

    Dass die B-52H schon am Anfang eines Konflikts eingesetzt würde, um gegnerische Seestreitkräfte zu blockieren, mit dieser Gefahr muss nicht nur Russland rechnen. Auch China ist damit konfrontiert, dessen Flotte bei der Anzahl von Kampfschiffen bald schon mit der amerikanischen Navy wird konkurrieren können, so die Zeitung.

    Hinzu kommt ein strategischer Vorteil, mit dem weder Moskau noch Peking trumpfen können: Die USA verfügen über Stützpunkte in direkter Nähe zu Russland oder China. Russische oder chinesische Basen in direkter Nähe zu den USA sind hingegen nicht bekannt.

    Wozu die Bedrohung durch die neue Seemine wahrscheinlich führen wird, ist eine hohe Nachfrage nach Minenabwehrtechnik, schreibt die Zeitung. Russlands Marine soll bis 2027 zehn Minenräumboote der Klasse 12700 erhalten.

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    Doch: Weder ist die Zahl der Boote ausreichend, noch gelten sie in Fachkreisen angesichts der neuen Bedrohungen als gut gerüstet, schreibt die Zeitung. Das kann im Konfliktfall dazu führen, dass die russische Marine von vornherein blockiert ist – zumal die Zahl der russischen Kampfschiffe und U-Boote ohnehin gering ist.

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    Tags:
    Mine, Seestreitkräfte, Konflikt, Luftstreitkräfte, Atomwaffen, Waffen, Bomber B-52, Jugoslawienkrieg, US Air Force USAF, NATO, Schwarzes Meer, Pazifik, Jugoslawien, Ostsee, USA, Russland, China