06:14 23 April 2019
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    Ein US-Soldat in dem M1-Abrams-Panzer (archiv)

    Milliarden für ein Upgrade: USA rüsten Abrams-Panzer auf – gegen russischen Armata

    CC BY 2.0 / The U.S. Army / M1 Abram Remote-Fire
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    Sechs Milliarden Dollar wird die US-Regierung ausgeben, um den Kampfpanzer Abrams zu verbessern. Das hat Präsident Trump bei einem Auftritt in Ohio erklärt – jenem Bundesstaat, wo das Kampfgerät gebaut wird. Die teure Modernisierung ist eine Reaktion auf den russischen Armata-Panzer, den Vorreiter in puncto Technik, schreibt das Portal „Swesda“.

    Der erste Abrams-Panzer war technisch eine kleine Revolution, als er 1980 zur US-Armee kam: Eine Panzerung aus Verbundwerkstoffen und ein rechnergestütztes Feuerleitsystem zeichneten den M1 aus. Seitdem ist der Hauptkampfpanzer der US-Truppen kontinuierlich verbessert worden. Über 20 verschiedene Modifikationen des Abrams gibt es, schreibt das Portal.

    Die letzte Upgrade-Version – der M1A2 SEP V3 – ist 2015 entwickelt worden, als Reaktion auf die Kampferfahrungen im Irak-Krieg. Die Entwickler haben vor allem die Sicherheit der Besatzung optimiert: Zusatzpanzerung und fernbedienbare Waffensysteme sollen die Crew in urbaner Umgebung besser vor Heckenschützen und Sprengfallen schützen.

    Ein weiteres Upgrade soll nun folgen – schließlich müsse das US-Militär auf den russischen T-14-Panzer reagieren, sagt Militärexperte Oberst Michail Timoschenko laut dem Portal: „Als bekannt geworden ist, dass der russische Innovationspanzer bald – 2021 – zur Truppe kommt, haben sich die Amerikaner zu Gegenschritten entschlossen. Sie sind sogar bereit, eine sehr beachtliche Summe dafür auszugeben.“

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    Billig ist der Abrams ohnehin nicht. Die letzte Upgrade-Version des amerikanischen Kampfpanzers kostet 8,6 Mio. Dollar, schreibt „Swesda“. Dabei wäre der amerikanische Kampfpanzer auch nach der anstehenden Modernisierung dem russischen T-14 Armata wohl weiterhin unterlegen, schreibt das Magazin „Stern“. Eher könnte sich der neueste Abrams mit der letzten Version des russischen T-90-Panzers messen.

    Dieser kostet in Standardausführung 2,5 Mio. Dollar. Die stark modernisierte Variante T-90MS ist mit einem Stückpreis von 4,3 Mio. immer noch halb so teuer wie der heutige Abrams – und auch deutlich günstiger als der deutsche Leopard-2. Dabei kommt im T-90MS das gleiche Geschütz zum Einsatz wie im T-14 Armata: die Kanone 2A82. Das heißt, dieser russische Panzer ist dem zukunftsweisenden Armata zumindest bei der Feuerkraft ranggleich.

    Das wirft nun die Frage auf, was das milliardenschwere Upgrade des Abrams bringen soll. Laut Medienberichten werden die Entwickler den Panzer- und Besatzungsschutz weiter verbessern. Ein Active Protection System – ein aktives Abwehrsystem – soll die Lage rund um den Panzer permanent überwachen und anfliegende Raketen bekämpfen, bevor sie überhaupt einschlagen.

    Sollte ein Geschoss dennoch durchkommen, trifft es auf eine Reaktivpanzerung, die aus speziellen mit Sprengstoff gefüllten Platten besteht, angebracht an den Außenwänden des Panzerrumpfs. Beim Einschlag einer Rakete explodiert die Sprengstofffüllung und schlägt so den Flugköper zurück. Außerdem: Um den Abrams-Panzer noch besser gegen panzerbrechende Munition zu schützen, sollen der Geschützturm und die Front verstärkt werden.

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    Weitere Verbesserung betreffen laut Medienberichten das Feuerleitsystem und die Kraftversorgung des Abrams. So soll die Besatzung des US-Panzers befähigt werden, Munition so zu programmieren, dass damit auch schwer zugängliche Ziele im Häuserkampf präzise bekämpft werden können. Ein Zusatzmotor soll den Betrieb den Panzersysteme im Stand ohne den Hauptmotor ermöglichen.

    Das alles sind zweifelsohne wichtige Neuerungen. Zwei Fragen bleiben aber: Der Preis und das Gewicht des neuen Abrams. Mit 70 Tonnen Kampfgewicht ist der heutige M1A2 SEP V3 eh schon sehr schwer. Dass zusätzliche Verbesserungen das Gewicht des amerikanischen Kampfpanzers verringern werden, ist doch sehr unwahrscheinlich.

    Und: „Die Statistik zeigt, dass die älteren, günstigeren Abrams-Modelle sich im Export besser verkaufen, während die Upgrade-Versionen die möglichen Käufer durch den Preis abschrecken. Ich habe so meine Zweifel, dass die geplante Modernisierung, sich positiv auf den Preis und den Exporterfolg des Abrams auswirkt“, sagt der Militärexperte Timoschenko laut dem Portal.

    Dass die USA trotz möglicher Bedenken Milliarden für Rüstungsprogramme ausgeben, ist ansonsten nicht wirklich überraschend. Die Vereinigten Staaten rüsten in nahezu allen Bereichen auf, schreibt „Swesda“: 14 Mrd. Dollar wollen die USA etwa für Atomwaffen ausgeben, 13 Mrd. werden für die Raketenabwehr bereitgestellt.

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    Aufrüstung, Modernisierung, Panzer, Panzer T-14 Armata, M1-Abrams, Irak-Krieg, Donald Trump, USA