17:28 06 Dezember 2019
SNA Radio
    US-Panzer in Rumänien (Archiv)

    Panzer an der Grenze: USA pushen die „Demokratie“ in Moldawien

    © AFP 2019 / DANIEL MIHAILESCU
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Von
    2213342
    Abonnieren

    Längst sind die USA als „Demokratieförderer“ berüchtigt. In letzter Zeit sind sie aber vor allem dort aktiv, wo Wahlen stattfinden und große Teile der Bevölkerung US-kritisch eingestellt sind. So auch in Moldawien, schreibt das Portal „Swesda“.

    Vor Kurzem ist in einem rumänischen Hafen amerikanisches Kriegsgerät an Land gebracht worden: Panzer und gepanzerte Fahrzeuge, schwerbewaffnete Transport- und Kampfhubschrauber, begleitet von 500 US-Infanteristen. Das US-Militär sollte eigentlich den Schutz des Flughafens Constanta verstärken. Genutzt wird der Flugplatz nicht nur zivil. Seit 2014 starten Spionagejets der US Air Force in Constanta zu Einsätzen an den Grenzen Russlands und Transnistriens.

    Jetzt aber sind Panzerkolonnen des US-Militärs an der Grenze zwischen Rumänien und Moldawien aufgetaucht, berichtet eine moldawische Zeitung laut dem Portal. Die Panzer sollen über moldawisches Gebiet weiter in die Ukraine verlegt werden. Dort soll die US-Kriegstechnik samt Personal neun Monate lang bei mehreren Truppenmanövern eingesetzt werden.   

    Zudem werden die Amerikaner, wie bekannt geworden ist, kommenden Sommer ein gemeinsames Manöver mit moldawischen Streitkräften auf dem Stützpunkt Bulboaca abhalten. Das Heikle an diesem Stützpunkt ist, dass er sich unmittelbar an der Sicherheitszone am Dnjestr befindet – jenem Sicherheitspuffer, wo russische Friedenstruppen und die Operativgruppe der russischen Streitkräfte stationiert sind.

    „Es gab schon einen skandalösen Vorfall, als moldawisches Kriegsgerät in der Sicherheitszone gesichtet wurde. Es gibt Videoaufnahmen davon. Jetzt sollen Amerikaner die Sicherheitszone passieren, die ohne Sondergenehmigung der Vereinten Kontrollkommission niemand betreten darf, erst recht nicht das Militär“, sagt Oleg Beljakow, Ko-Vorsitzender der Vereinten Kontrollkommission, die die Sicherheitszone am Dnjestr überwacht.

    Es verhält sich nämlich so: Würde das US-Militär die Sicherheitszone befahren, wäre das Friedensabkommen von 1992 verletzt – und die Lage in der Region destabilisiert, mahnt Beljakow laut dem Portal.

    >>>Andere Sputnik-Artikel: USA wollen mehr als 10.000 zusätzliche Raketen gegen Russland und China – Medien<<<

    Dabei gibt es auch andere Stützpunkte in Moldawien. „Doch die moldawischen Kräfte wollen ausgerechnet in Bulboaca mit den Amerikanern üben, obwohl wir mehrmals gemahnt haben, dass die Sicherheitszone in der Nähe ist und dadurch zusätzliche Risiken entstehen. Die Regierung in Chișinău hat auf unsere Bedenken nicht reagiert“, so der Ko-Vorsitzende der Kontrollkommission.

    Auch Medien in Moldawien warnen vor Gefahren, die möglich sind, wenn die US-Armee mit den moldawischen Kräften in Bulboaca trainiert: „Gar nicht auszudenken, wozu eine Provokation führen könnte. Ein Geschoss irrtümlich in die falsche Richtung abzufeuern, könnte allerschlimmste Folgen haben“, schreibt die Zeitung „Moldawskije wedomosti“ laut dem Portal.

    Aber: Die Verstärkung der US-Präsenz in der Region sei mit der moldawischen Führung offenbar abgesprochen, schreibt die Zeitung weiter. Laut Informationen aus dem moldawischen Verteidigungsministerium hat es dazu ausführliche Gespräche mit Vertretern der Nato und dem US-Botschafter in Chișinău gegeben.

    >>>Andere Sputnik-Artikel: Pentagon bestätigt: USA planen Tests von durch INF verbotener Rakete<<<

    Auch habe die Nato-Botschafterin der USA, Kay Hutchison, mehrfach auch öffentlich erklärt, es gelte zu verhindern, dass Russland am linken Dnjestr-Ufer präsent bleibe. Dafür werde Washington die militärische Zusammenarbeit mit Chișinău und Kiew intensivieren.

    Aus diesen Ankündigungen wird deutlich, welches Ziel die USA mit der Verlegung von schwerem Kriegsgerät und hochtrainierten Kräften in die Region verfolgen: „Die Schwarzmeerregion in einen Schießplatz zu verwandeln, der im Falle einer Eskalation für einen Angriff gegen Russland genutzt werden kann“, schreibt die Zeitung „Moldawskije wedomosti“ laut dem Portal. „Was dies für Moldawien bedeutet, muss nicht ausdrücklich gesagt werden.“

    Und was für ein Zufall, so die Zeitung weiter, dass die Nato ihre Bodentruppen in der Nähe zu Moldawien in einer Zeit großer politischer Unsicherheit verstärkt: Es haben gerade Parlamentswahlen in dem Land stattgefunden. Die größte Unterstützung hat die sozialistische Partei erhalten, die sich für den Ausbau der Beziehungen zu Russland einsetzt.

    Für eine Parlamentsmehrheit reicht es für die Sozialisten zwar nicht, aber unter den Abgeordneten des moldawischen Parlaments sind eh nur wenige Nato-Anhänger zu finden – eine Situation, die die Stimmung der meisten Menschen in Moldawien widerspiegelt, schreibt das Portal.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Jagdbomber Su-25: Ein Anti-Guerilla im Tiefflug
    Von US-Sanktionen betroffenes russisches Schiff in Singapur festgesetzt
    Nord Stream 2: Putin nimmt Stellung zu Gas-Transit über die Ukraine
    Tags:
    Verlegung, Militär, Truppen, Einsatz, Manöver, Stützpunkt, NATO, Rumänien, Moldawien, USA, Russland