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17:04 22 September 2019
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    US-Militärs in einem Computerraum

    Aus Cyber-Sicherheit werden Cyber-Attacken

    © Foto: U.S. Marine Corps / Staff Sgt. Matthew J. Bragg
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    Die USA sind das einzige Land, das mit dem Vorwand der Cyber-Sicherheit Angriffe gegen die Digitalinfrastruktur anderer Länder rechtfertigt, schreibt das Portal „Swesda“. Dem Internet drohe eine Gewaltherrschaft von Hackern.

    Im Herbst 2018 hat Donald Trump mit einer neuen Sicherheitsstrategie Einschränkungen aufgehoben, die bis dahin bei staatlich verordneten Cyberangriffen galten. Damit haben die USA als erster Staat überhaupt die Cybersicherheit den Cyberattacken gleichgestellt. Was das konkret bedeutet, haben einige russische Medien bereits unmittelbar erfahren: Gemäß offiziell veröffentlichen Beschlüssen des US Cyber Commands sind den digitalen Systemen russischer Nachrichtenagenturen Schäden zugefügt worden, schreibt „Swesda“.

    Kein Jahr zuvor, im Dezember 2017, hatte die Internetaufsicht in den USA, die Federal Communications Commission, dafür gestimmt, das sogenannte Prinzip der Netzneutralität aufzuheben. Diesem Grundsatz nach war es den Internetprovidern verboten, Websites zu sperren oder Inhalte zu filtern. Nunmehr können unliebsame Internetinhalte in den USA laut dem Portal unverzüglich und ohne Angabe von Gründen blockiert werden.

    Die Netzwerke und Server in den USA werden jedoch nicht nur von US-Bürgern, —Firmen und —Einrichtungen genutzt. Deshalb wirken sich die Abschaffung der Netzneutralität, die Verschärfung der Zensur und die Quasi-Legalisierung von Cyberattacken in den Vereinigten Staaten direkt auf den globalen Zugang zu netzbasierten Informationen aus.

    Russland hat darauf bereits reagiert, mit dem Gesetz zum Schutz des russischen Internets. Das Gesetz sei, so erklären es die Initiatoren, eine Reaktion auf die neue Cybersicherheitsstrategie der Vereinigten Staaten vom Herbst 2018.

    In der russischen Führung gebe es niemanden, der die Arbeit des Internets einschränken wolle, erklärte der Sprecher des russischen Präsidenten Dmitri Peskow. Das Gesetz diene gerade dazu, die Funktionsfähigkeit des Internets zu garantieren, wenn „im Cyberraum Aggression gegenüber Russland“ stattfinde.

    In Deutschland sind bereits ähnliche Maßnahmen ergriffen worden, schreibt „Swesda“. 2015 hat der Bundestag das IT-Sicherheitsgesetz verabschiedet, dem gemäß bei der Abwehr von Cyberattacken einheitliche Standards gelten sollen. Zum Beispiel werden Firmen verpflichtet, jeden identifizierten Cyberangriff der Bundesagentur für Sicherheit in der Informationstechnik zu melden. Auch werden Betreiber von sozialen Netzwerken verpflichtet, rechtswidrige Inhalte von ihren Plattformen zu löschen.

    Der russische Botschafter in Berlin, Sergej Netschajew, sagte im Februar dieses Jahres, Russland sei zu einem offenen Gespräch über Fragen der Cybersicherheit mit Deutschland bereit.

    Einen sehr eigenen Begriff von Cybersicherheit hat die Volksrepublik China, schreibt das Portal. Seine Grundsätze der IT-Sicherheitspolitik hat Peking in der nationalen Sicherheitsstrategie 2017 formuliert. Demnach ist die chinesische Führung berechtigt, Inhalte zu blockieren und zu löschen, die als gegenüber der Kommunistischen Partei kritisch eingestuft werden.

    Unmut, den die Bevölkerung im Internet äußert, wird meisten noch geduldet – inakzeptabel erscheinen Peking analytische Inhalte, die der Hauptlinie der Partei zuwiderlaufen, so das Portal. Allerdings wird auch die Anonymität der chinesischen Internetnutzer durch die geltende Gesetzeslage eingeschränkt.

    Einen gänzlich anderen Ansatz in der IT-Sicherheit als die USA verfolgt Japan, schreibt „Swesda“. Tokio erkennt, dass es unmöglich ist, die Hackergefahr anders zu bekämpfen als durch gemeinsame internationale Anstrengungen.

    Die japanische Führung hat vorgeschlagen, auf dem regionalen Gipfel der ASEAN-Länder im August 2019 ein umfassendes internationales Abwehrsystem gegen Cyberattacken auszuarbeiten. Dabei erklärt Tokio ausdrücklich, dass die Mitwirkung Russlands und Chinas an einer solchen Struktur absolut wichtig sei.

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    In der ersten Etappe würde ein Zentrum für den schnellen Informationsaustausch zwischen den Mitgliederländern eingerichtet. Tokio erklärt seine Bereitschaft, den Ländern der asiatisch-pazifischen Region entsprechende Technologien zur Verfügung zu stellen, um Cybergefahren rechtzeitig identifizieren und bekämpfen zu können. Als eine besonders dringende Maßnahme betrachtet die japanische Führung die Ausarbeitung eines international verbindlichen Regelwerks zur Regulierung des Cyberraums.

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    Tags:
    Cyberangriff, Netzwerk, Server, Cyber-Attacke, Hacker, Internet, IT, Sicherheit, Donald Trump, Sergej Netschajew, Japan, Deutschland, USA, Russland, China