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05:46 18 Oktober 2019
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    US-Drohne MQ‐9 Reaper (Archivbild)

    Feuerhagel per Fernsteuerung: USA ziehen mit Mini-Bomben in den Drohnenkrieg

    © Foto : Air National Guard / Senior Airman Michael Quiboloy
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    Unbemannte Fluggeräte sind beim Militär vor allem eins: in der Anschaffung und im Betrieb günstige Trägerplattformen für tödliche Sprengsätze. Wie und in welcher Form die Sprengladungen ins Ziel gelangen, ist dabei fast schon nebensächlich – Hauptsache: großflächig und präzise.

    In nur einem Jahrzehnt ist die Zahl der Drohnen beim US-Militär von weniger als 200 auf über 10.000 gestiegen, schreibt das Portal „Swesda“. Die unbemannten Luftfahrzeuge werden als Spione und als Killer eingesetzt. Was die Betreiber und die Entwickler vor Herausforderungen stellt, ist unter anderem die Präzision der Waffen, die von den unbemannten Vehikeln eingesetzt werden.

    Um das Problem zu lösen, wurden anfänglich zwei Ansätze verfolgt: Smarte Munition und Kamikaze-Drohnen. Diese sollten im Einsatzgebiet autonom patrouillieren, das Ziel erfassen und sich als Geschoss darauf stürzen. Doch überzeugender, weil effektiver, ist das Konzept der smarten Munition: Statt eine ganze Drohne zu opfern, fliegt nur das ins Ziel, was die Drohne unter den Flügeln trägt.

    Die Auswahl an drohnenfähigen Waffen war anfangs allerdings gering: Für die RQ-Shadow zum Beispiel, ein Kleinfluggerät der US-Armee, waren die meisten Bomben und Raketen zu groß und zu schwer. Seit 2010 arbeiteten die Entwickler deshalb an einer Art Mini-Bombe für unbemannte Fluggeräte.

    „Hatchet“, das „Kriegsbeil“, war das Ergebnis dieser Arbeit: ein von der Firma Raytheon entwickelter drei Kilogramm leichter Sprengsatz, untergerbacht in einem Standardcontainer, der von den meisten Waffensystemen der US Air Force getragen werden kann. Die MQ-7 „Reaper“ zum Beispiel kann bis zu 24 dieser Behälter aufnehmen. Offensichtlich sind die Mini-Bomben so konstruiert, dass sie auch an den Tragflächen der europäischen Kampfdrohnen „Neuron“ und „Taranis“ aufgehängt werden können.

    >>>Andere Sputnik-Artikel: US-Drohne in Afghanistan abgestürzt<<<

    „Hatchet“ verfügt über einen Laser-Suchkopf und ein inertiales Navigationssystem, jedoch ist auch ein GPS-Empfänger in das Gerät eingebaut. Mittels dreier Leitflossen kann der Kurs der Bombe im freien Fall noch korrigiert und präzisiert werden. Auch kann der Drohnenoperator den Sprengsatz mittels eines Laserstrahls ins Ziel führen. Das kleine „Kriegsbeil“ ist also ein gutes Werkzeug gegen stationäre Ziele, schreibt „Swesda“.

    Doch bei aller technischen Ausgereiftheit: Noch ist die KI nicht so weit, dass die unbemannten Fluggeräte autonom fliegen könnten. Die Drohnen lenkt immer noch der Mensch, per Fernsteuerung. Diese Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine ist quasi die Achillesferse der ferngesteuerten Killer.

    Bei dem massiven Drohnenangriff auf den russischen Stützpunkt Hmeimim in Syrien hatte Russlands Armee ein Abwehrsystem eingesetzt, das genau an dieser Schwachstelle ansetzt: Das mobile elektronische Kampfsystem „Krasucha“ kappt die Verbindung zwischen der Drohne und dem Operator.

    Auch ist es möglich, die Drohne zu kapern, wie es 2011 den iranischen Streitkräften 2011 gelang, schreibt das Portal. Damals entführten die Iraner über Kommunikationskanäle die Tarnkappendrohne RQ170 „Sentinel“ und landeten sie auf einem iranischen Flugplatz.

    Ein sehr auffälliges russisches Gerät zur Drohnenabwehr ist sicherlich das REX-1-Gewehr von Kalaschnikow. Auch diese elektronische Waffe setzt da an, wo unbemannte Fluggeräte am verwundbarsten sind: REX-1 stört die Kommunikationskanäle. Allerdings ist diese Entwicklung eher für punktuellen Einsatz beim Personenschutz oder gegen Spionagedrohnen gedacht als für die Abwehr großer Drohnenangriffe.

    Das Pentagon plant bekanntlich, den Drohnenkrieg auszuweiten und dafür „luftbasierte Drohnenträger“ auf der Grundlage von Transportflugzeugen zu entwickeln, schreibt „Swesda“. Für dieses Einsatzszenario hält Russland seit Dezember 2018 das Laserkampfsystem „Pereswet“ bereit.

    Der Laser greift nach Herstellerangaben die Bordelektronik einer Drohne an, brennt sie quasi aus – das Fluggerät stürzt als Schrotthaufen vom Himmel. Die Möglichkeiten des russischen Laserkampfsystems werden weitgehend geheim gehalten. Es dürfte jedoch klar sein, dass Drohnenabwehr nicht der einzige Einsatzzweck von „Pereswet“ ist, so das Portal.

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    Tags:
    Mini-Bombe, Smarte Munition, Sprengsatz, Drohnen, Militär, Waffen, "Pereswet" (Laser), Reaper, Raytheon, US Air Force USAF, Kalaschnikow, Pentagon, USA, Russland