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    Das Atom-U-Boot „Belgorod“ wird in der Sewmasch-Werft in Sewerodwinsk am Weißen Meer zu Wasser gelassen.

    Tödlich wie das komplette US-Arsenal: Medien über neues Atom-U-Boot aus Russland

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    Rossijskaja Gaseta
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    Man kann nur rätseln über die genauen technischen Daten des russischen Atom-U-Boots, das vor zwei Tagen vom Stapel gelaufen ist. Aber es beeindruckt sowieso – auch westliche Medien. Die Zeitung „Rossijskaja gaseta“ berichtet.

    Es ist schwerer als die gigantischen Schlachtschiffe des Ersten Weltkrieges, größer als jedes andere U-Boot auf der Welt – und es taucht unglaublich tief. So beschreibt das Fachportal „Popular Mechanics“ das neue russische Atom-U-Boot „Belgorod“, welches am 23. April im nordrussischen Sewerodwinsk vom Stapel gelaufen ist.

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    „Das U-Boot von 600 Fuß (184 Meter) Länge hat eine größere Wasserverdrängung als die Schlachtschiffgiganten des Ersten Weltkrieges und kann in eine Tiefe von 1.700 Fuß (500 Meter) tauchen“, schreibt das Fachportal laut der Zeitung.

    Demnach ist die „Belgorod“ 30.000 Tonnen schwer, das Doppelte eines amerikanischen Atom-U-Boots der „Ohio“-Klasse. Doch: Sollten diese Angaben stimmen, so die Zeitung, dann ist die „Belgorod“ nicht schwerer als ein russisches U-Boot der „Akula“-Klasse.

    Über die genauen technischen Daten des neuen U-Boots kann man eh nur rätseln: „Russland ist viel erfolgreicher als die USA darin, seine U-Boote vor unerwünschten Aufnahmen zu schützen“, schreibt „Popular Mechanics“. Damit spielt das Portal auf einen für die US Navy peinlichen Leak an: Kürzlich sind in den Medien technische Details eines U-Boots der „Columbia“-Klasse veröffentlicht worden. Das ist die Nachfolgergeneration der „Ohio“.

    Fachleute rätseln auch über den genauen Einsatzzweck des neuen russischen U-Boots. Die „Belgorod“ soll als Komponente des Unterwasser-Aufklärungssystems „Garmonija“ dienen, mutmaßt ein Marineexperte von „Popular Mechanics“. Eine andere Funktion: Verdeckte Operationen mit bordeigenen Mini-U-Booten und Tiefseedrohnen.

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    Aber was die „Belgorod“ am gefährlichsten macht, sind laut dem Fachportal die sechs Unterwasser-Drohnen „Poseidon“, die das russische Atom-U-Boot an Bord mitführen kann. Auf diese Fähigkeit der „Belgorod“ fokussiert sich auch ein anderes Portal aus den USA. „Washington Free Beacon“ schreibt, die Drohne werde mit einem nuklearen Sprengkopf bestückt, dessen Sprengkraft laut US-Nachrichtendiensten Dutzende Megatonnen betragen soll. „Eine vergleichbare Waffe steht den USA nicht zur Verfügung“, so das Portal.

    Ein Experte sieht in der „Belgorod“ sogar eine größere Gefahr als in den gesamten strategischen Streitkräften der USA: Ein mit „Poseidon“-Drohnen bewaffnetes U-Boot könne mehr radioaktive Strahlung freisetzen als das komplette strategische Arsenal der Vereinigten Staaten, sagte Mark Schneider, ehemaliger Pentagon-Mitarbeiter, dem Portal.

    Auch Luftwaffengeneral John Hyten, Kommandeur des US Strategic Command, warnt vor der „Poseidon“: Die Drohne sei eine Gefahr für die USA, weshalb Amerika seine Atomwaffen modernisieren müsse, sagte er dem Portal „Washington Free Beacon“.

    Vertreter der russischen Marine und russische Fachleute erklärten indes mehrfach, die „Poseidon“ sei keine Angriffswaffe, sondern diene allein der strategischen Abschreckung.

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    Poseidon, Atom-U-Boot „Belgorod“, Russland, Atom-U-Boot