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10:47 16 Juli 2019
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    US-Militärs beim Sueskanal

    Atomkrieg in Nahost? Wenn die USA auf den Iran einschlagen…

    © Foto: U.S. Navy / Mass Communication Specialist 3rd Class Amber Smalley
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    Dass Washington sich entschließen könnte, sein Problem mit Teheran gewaltsam zu lösen, erscheint immer wahrscheinlicher. Um sich gegen einen Angreifer wie die USA zu stemmen, fehlt dem iranischen Militär definitiv die Kraft. Hat der Iran dennoch die Möglichkeit, im Militärkonflikt gegen die USA zu bestehen? Die Zeitung „Gazeta“ berichtet.

    Ein Luftschlag gegen den Iran rückt umso mehr in den Bereich des Möglichen, als dass das Weiße Haus seine sonstigen Mittel, auf die iranische Führung Einfluss zu nehmen, scheinbar ausgeschöpft hat. Dabei reichen die Truppen, die das US-Militär in der Region vorhält, für einen zielführenden Angriff gegen den Iran offensichtlich nicht aus. Eine Mobilisierung zusätzlicher Kräfte ist indes auch nicht zu beobachten. Worüber man jetzt sprechen kann, sind insofern Ziele, Motive und Taktiken der Konfliktparteien – und mögliche Abläufe potenzieller Gefechte, schreibt die Zeitung.

    Das Hauptziel der Vereinigten Staaten und ihrer regionalen Verbündeten (Israel und Saudi-Arabien) ist es laut dem Blatt, den Einfluss der iranischen Führung zu schwächen: Iran soll als Regionalmacht von der politischen Landkarte des Nahen und Mittleren Ostens getilgt werden. Ein diesem Plan untergeordnetes Ziel besteht darin, Teheran jede auch nur hypothetische Möglichkeit zu nehmen, in den Besitz von Atomwaffen zu kommen.

    Zwecks der Umsetzung dieses Plans müssen mehrere Aufgaben konsequent gelöst werden: Die Staats- und Militärführung der Islamischen Republik Iran beeinträchtigen, die wirtschaftlichen und militärischen Fähigkeiten des Irans zerstören und die Streitkräfte des Landes mitsamt allen ihren Truppengattungen zerschlagen.

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    Präzise Luftschläge gegen die iranischen Atomanlagen allein würden nicht ausreichen. Zumal die Wahrscheinlichkeit keine geringe ist, dass der Iran auf die Zerstörung seiner Atomanlagen mit Gegenangriffen auf die Öl- und Gasinfrastruktur der Ölmonarchien samt einer Sperrung der Straße von Hormus reagieren würde.

    Für die Einfriedung des Irans müssten die USA deshalb wohl oder übel in einen massiven strategisch angelegten Einsatz ziehen, mit erheblicher Beteilung ihrer Luft- und Seestreitkräfte – etwa in der Form eines Prompt Global Strike.

    Standard- oder Atombomben?

    Was wären in diesem Fall die prioritären Ziele der US-Streitkräfte? Sicherlich zuallererst die rasche Zerstörung der iranischen Flugabwehr durch einen breitangelegten Luft- und Raketenschlag. Im nächsten Schritt ginge es darum, die iranischen Luft- und Seestreitkräfte auszuschalten, um anschließend die rüstungswirtschaftlichen Fähigkeiten des Irans zu eliminieren.

    Dass die USA bei ihrem Erstschlag gegen den Iran etliche bunkerbrechende Bomben einsetzen würden, liegt auf der Hand. Die kritische Infrastruktur des Landes liegt teilweise unter meterdicken Betonschichten. Auch der Einsatz nuklearer Sprengköpfe durch die US-Armee ist deshalb nicht auszuschließen, so die Zeitung. Schließlich hat das Pentagon unlängst die Bombe B61-12 getestet, eine „Mini-Nuke“ für den Einsatz in lokalen Konflikten.

    Die Erwartung, der Iran sei in der Lage, sich gegen eine massive US-Aggression zu stemmen, wäre definitiv übersteigert. Die iranischen Streitkräfte und die Revolutionsgarde würden binnen kurzer Zeit von der amerikanischen und israelischen Kriegsmaschinerie überrollt, schreibt die Zeitung.

    Es wäre eines der Hauptziele der US-Strategen gleich in den ersten Minuten des Angriffs auf den Iran, die Raketentruppen des Landes zu vernichten, die über ballistische Flugkörper verfügen. Damit würden die USA sich die Möglichkeit sichern, das iranische Territorium von Stellungen aus anzugreifen, die für die iranischen Streitkräfte unerreichbar sind.

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    Ohnehin wären die iranischen ballistischen Raketen nur dann eine Gefahr für die Angreifer, wenn sie mit nuklearen Gefechtsköpfen bestückt werden könnten, schreibt das Blatt. Hingegen sind konventionelle Sprengköpfe, die zudem unpräzise ins Ziel gebracht werden, keine ernste Bedrohung für die USA und ihre Verbündeten.

    Damit scheint der Ausgang eines gewaltsamen Konflikts zwischen Washington und Teheran vorbestimmt. Etwas Raum für Spekulationen darüber gäbe es nur, hätten die iranischen Streitkräfte die Fähigkeit, permanent auf die Kommando- und Kommunikationszentralen, die Flugzeugträgerverbände und die Flugplätze der USA und ihrer Verbündeten einzuwirken. Jedoch sind die Vereinigten Staaten auch im Bereich der elektronischen Kriegsführung ihrem potenziellen Gegner qualitativ und quantitativ überlegen.

    Die iranischen Streitkräfte wären von der ersten Minute des Konflikts an taub und blind. Dem Oberkommando würde die Möglichkeit genommen, die Kräfte zu koordinieren: Weder Abfangjäger noch Bomber oder Raketen könnten wegen der massiven EloKa-Einwirkung der Amerikaner ins Ziel geführt werden. Insofern stünde der Iran schon in den ersten Minuten des Konflikts mit dem Rücken zur Wand, so die Zeitung. 

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    Tags:
    Krieg, Streitkräfte, Militärkonflikt, Atomkrieg, Iran, USA