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05:19 21 August 2019
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    Russische Atom-U-Boote in der Arktis (Archivbild)

    Arktisallianz gegen USA: Washington fürchtet starke Zweierkombi im Eismeer

    © Sputnik / Pawel Lwow
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    Wie wäre es, wenn Atom-U-Boote aus China russische Eismeerhäfen anlaufen dürften? Auf den ersten Blick abwegig, schreibt der russische Militärexperte Alexander Schirokorad in einem Zeitungsbeitrag. Andere Formen der Zusammenarbeit sind jedoch alles andere als unrealistisch. Die Zeitung „Gazeta“ berichtet.

    Russland ist sehr wachsam, wenn es um seine Souveränität geht, schreibt Schirokorad. Moskau würde Peking aus der strategisch wichtigen Arktisregion lieber raushalten, so der Experte. Andererseits hat die chinesische Marine keine Einsatzerfahrung in arktischen Gewässern, während es Vorteile für sie hätte, dort präsent zu sein: In der Arktis wären chinesische Atom-U-Boote weniger angreifbar als in den Weiten des Pazifiks. Und die chinesischen Interkontinentalraketen, von den Atom-U-Booten abgefeuert, wären potenziell dreieinhalb Mal schneller im Ziel, als es heute möglich ist.

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    Also: Hochlebe die russisch-chinesische Arktisallianz? Das US-amerikanische Fachblatt „The National Interest“ hat darauf bezogen seine Bedenken: Bei einem Kampf in der Ostsee werde sich Russland sicherlich nicht auf die Hilfe der chinesischen Marine verlassen. „Ebenso wie China sich auf die Hilfe der russischen Marine nicht verlassen wird, sollte sich die Lage im Südchinesischen Meer ändern“, schreibt NI-Autor Lyle Goldstein laut der Zeitung.

    Dennoch hat China laut dem Autor ein Interesse daran, U-Boot-Einsätze im Eismeer zu üben. Peking hat die Arktis schonmal als eine Zone benannt, in der Russland und China gemeinsam dem Druck der Vereinigten Staaten entgegenwirken. Schon deshalb erscheint die Vorstellung, dass chinesische U-Boote russische Häfen als Hilfsbasen nutzen, nicht mehr als so abwegig.

    Überhaupt könne eine Militärkooperation zwischen Russland und China beiden Ländern Vorteile bringen, schreibt Goldstein laut der Zeitung. Einen Transporthubschrauber entwickeln sie bereits zusammen. Allerdings glaube derzeit niemand ernsthaft daran, dass Russland und China irgendwann auch Langstreckenbomber oder schwere Kampfschiffe in Gemeinschaftsprogrammen bauen werden.

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    Der russische Experte Schirokorad stellt sich die Verteidigungskooperation zwischen Russland und China in der Arktis anders vor: Die beiden Länder könnten eine gemeinsame Flug- und Raketenabwehr in der Region aufbauen, schreibt er in seinem Zeitungsbeitrag. Zudem könnte China russische Arktis-Inseln als Nachschub- und Kommunikationshubs für seine Atom-U-Boot-Flotte nutzen. Für Russland wäre das laut dem Autor keine Bedrohung.

    Aber Washington sieht sich offenbar bedroht. US-Außenminister Mike Pompeo sagte Anfang Mai bei einem Arbeitsbesuch in Finnland, die US-Regierung sei besorgt im Bezug auf das gemeinsame Vorgehen Russlands und Chinas in der Arktis-Region. Moskau, betonte er, habe angekündigt, die Nordostpassage an die chinesische Belt & Road-Initiative anzuschließen.

    Eine Woche zuvor hatte das Pentagon erklärt, China könnte sein friedliches Engagement in der Arktis dafür nutzen, die eigene Militärpräsenz zu stärken – auch, um durch die Stationierung von U-Booten in der Region nuklearen Angriffen vorzubeugen.

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    Tags:
    Geopolitik, US-Außenministerium, Mike Pompeo, U.S. Navy, Nordflotte, Atom-U-Boote, USA, China, Russland, Arktis