03:29 15 Dezember 2019
SNA Radio
    Xi Jinping (L) beim Seemanöver der chinesischen Kriegsflotte (Archivbild)

    Vier-Schritte-Strategie: Wie China seine Seemacht konsequent ausbaut

    © AP Photo / Xinhua / Li Gang
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Von
    422319
    Abonnieren

    Eine Großmacht mit einer 18.000 Kilometer langen Küste braucht eine leistungsstarke Flotte, um eigene Nationalinteressen und strategische Seewege zu schützen. China baut seine Flotte in vier Schritten auf. Das Portal „vpk-news“ berichtet.

    Eine mächtige Flugzeugträgerflotte aufzubauen, ist das prioritäre Ziel der chinesischen Führung. Wie die Staatsführung in Peking das erreichen will, hat ein chinesisches Portal zuletzt im Oktober letzten Jahres beschrieben: „Über die Strategie der vier Schritte“, titelte das Portal. „Das Endziel ist der Bau eines atomaren Flugzeugträgers mit elektromagnetischem Katapult“, hieß es in dem Fachartikel.

    Der erste Schritt auf dem Weg zu einer starken Flugzeugträgerflotte war demnach 1998 gemacht worden. Damals hatte China von der Ukraine den fast fertigen Träger „Warjag“ erworben. Das Kampfschiff sowjetischer Bauart mit einer Wasserverdrängung von 60.000 Tonnen wird konventionell angetrieben, nicht atomar. Über sieben Jahre lang wurde das Schiff um- und fertiggebaut, bis es als Flugzeugträger „Liaoning“ an die chinesischen Seestreitkräfte ausgeliefert wurde.

    Chinesischer Flugzeugträger „Liaoning“ (Archiv)
    © AP Photo / Kin Cheung
    Chinesischer Flugzeugträger „Liaoning“ (Archiv)

    Mit dem Know-how, das sie beim Umbau der „Warjag“ erworben hatten, gingen die Chinesen 2013 daran, einen selbstentwickelten Flugzeugträger zu bauen. Typ 001A hieß das Projekt, in weniger als vier Jahren wurde es verwirklicht und auf den Namen „Shandong“ getauft. Die Bauweise und die technischen Daten des zweiten chinesischen Trägers unterscheiden sich kaum von der „Liaoning“ – außer, dass an bestimmten Bauteilen wie dem Antrieb Verbesserungen vorgenommen wurden.

    Der dritte Schritt der Vier-Schritte-Strategie ist der Bau von Typ 002 auf der Werft Jiangnan in Shanghai. Dieser Flugzeugträger wird mit 70.000 Tonnen Wasserverdrängung deutlich größer sein als seine beiden faktisch von den Sowjets kopierten Vorgänger. Auch beim Typ 002 ist der Antrieb konventionell.

    Pearl Harbor
    © AP Photo / The Honolulu Advertiser/ Dennis Oda

    Eine wichtige Neuerung ist allerdings dabei: Auf den beiden älteren Trägern starten die Maschinen mittels einer Sprungschanze auf dem Deck. Beim Typ 002 soll ein Startkatapult die Bordflugzeuge in die Luft schleudern. Man kennt das Prinzip von den Trägern der US Navy.

    Anfänglich gingen Experten davon aus, dass die chinesischen Schiffsbauer sich aus Kostengründen für das traditionelle, dampfgetriebene Startkatapult entschieden haben. Doch Ende letzten Jahres tauchten auf chinesischen Internetportalen Meldungen auf, wonach auf dem Typ 002 elektromagnetische Startanlagen eingebaut werden sollen. Im Englischen kennt man dieses System als Electromagnetic Aircraft Launch System, kurz EALS.

    Der vierte Schritt ist schließlich die Weiterentwicklung bordgestützter Flugzeuge. So sollen auf dem neuen Träger auch neue Flugzeuge stationiert werden: das Kampfflugzeug Shenyang J-31 und die fliegende Radarzentrale Kongjing-600. Laut den Berichten chinesischer Medien sind die Arbeiten an diesen Flugzeugen so gut wie abgeschlossen.

    Ein chinesischer Marinekampfjet des Typs J-15 startet vom Flugzeugträger Liaoning (Archivbild)
    © AP Photo / Xinhua / Zha Chunming
    Ein chinesischer Marinekampfjet des Typs J-15 startet vom Flugzeugträger Liaoning (Archivbild)

    Auf den derzeit einsatzbereiten chinesischen Trägern kommen Kampfjets vom Typ Shenyang-15 zum Einsatz, ein Nachbau der russischen Su-27 bzw. Su-33. Zur U-Boot-Bekämpfung halten die „Liaoning“ und „Shandong“ spezielle Hubschrauber vom Typ Changhe Z-8 bereit, eine Kopie des Super-Frelon aus Frankreich. Auch für diesen Hubschrauber ist bereits ein Ersatz in Vorbereitung: der Changhe Z-16, eine chinesische Eigenentwicklung mit starker Anlehnung an den amerikanischen Black Hawk.

    Warum Peking mit Nachdruck am Aufbau einer starken Flugzeugträgerflotte arbeitet, erklären chinesische Experten so: Die Träger sind notwendig, um den Einsatz chinesischer Atom-U-Boote im Pazifik abzusichern. Das heißt, die Trägerkampfgruppen sollen die Gebiete im Großen Ozean freihalten, von wo aus die chinesischen U-Boote im Kriegsfall Interkontinentalraketen abfeuern würden.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    „Politiker an die Wand stellen“: Greta Thunberg überrascht mit radikalen Worten
    Türkei beantragt bei USA Kauf von Patriot-Raketenabwehrsystemen
    „Entschlossene“ Antwort: USA warnen Teheran nach Angriffen
    Tags:
    Kriegsflotte, Liaoning, Warjag, Flugzeugträger, China