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22:00 13 Oktober 2019
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    Der strategische Bomber vom Typ B-2 Spirit

    Erst Schatten am Himmel… dann Feuer am Horizont: Die verkappten Bomber der Zukunft

    © Foto: U.S. Air Force / Devin Doskey
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    Vor zehn Jahren schuf Russland die Basis für das, was als „Erzeugnis 80“ bekannt ist: den neuen Großbomber der russischen Luftwaffe – auch PAK DA. Seit 2009 läuft die Entwicklung offiziell. Zwei Jahre später haben die Amerikaner erklärt, an einem Nachfolger für die B-2 „Spirit“ zu arbeiten. Ein Überblick vom Portal „Swesda“.

    Zumindest auf den computersimulierten Bildern sehen sie schon recht stealthy aus, die Nurflügler der Russen und Amerikaner. Tarnkappenfähigkeit ist das größte Asset solcher „fliegenden Tragflächen“ – entsprechende Umrisse, Werkstoffe und Beschichtungen vorausgesetzt. Die hohe Nutzlast und der relativ geringe Treibstoffverbrauch (denn fast die komplette Maschine erzeugt Auftrieb) sind die anderen wichtigen Vorteile. Multifunktional sind solche Flugzeuge noch dazu.

    Einschränken müssen sich die Entwickler solcher Maschinen bei der Geschwindigkeit: Oberer Unterschallbereich ist das Maximum. Doch ist das keineswegs ein Nachteil, schreibt das Portal. Weil direkte Feindberührung im Missionsprofil solcher Bomber überhaupt nicht vorgesehen ist. Strategische Bomber setzen Abstandswaffen ein: Marschflugkörper oder Lenkbomben, abgesetzt außerhalb der Wirkbereiche gegnerischer Flugabwehr – und schon gar nicht direkt über dem Schlachtfeld.

    Neue Prototypen alten Typs

    Die US Air Force jedenfalls ist vom Nurflügler als Bomberkonzept offenbar überzeugt. Warum sonst sollte das Pentagon diese Bauweise für seinen „Next Generation Bomber“ (seit 2010: „Long Range Strike Bomber“, LRS-B) gewählt haben? Und – nebenbei bemerkt – 40 Milliarden Dollar für die Entwicklung bereitstellen, wie beim Programmstart bekannt wurde.

    Bei manchen Parametern muss das Konzept trotzdem noch nachziehen. Die USAF erwartet vom „Zukunftsbomber“ eine höhere Nutzlast, ein stärkeres Radar und eine größere Reichweite als bei der „Spirit“.

    Ähnliche Anforderungen dürften auch die russischen Streitkräfte an die PAK-DA stellen. 2014 stand das End-Design des russischen „Zukunftsbombers“ fest, wie der Vorstand des Luftfahrtkonzerns UAC damals erklärte. Fünf Jahre also hatten die Entwickler gebraucht, um von einzelnen Anforderungen zum konkreten technischen Entwurf zu kommen und mit dem Bau des ersten Prototyps zu beginnen.

    Details zur künftigen russischen Maschine sind nicht bekannt, lassen sich aber aus einem Vergleich mit dem amerikanischen Entwurf ableiten. Dass die russische Technik hinter den Anforderungen des Pentagons an den LRS-B zurückbleibt, ist schwer vorstellbar.

    Also sind folgende Eckpunkte der PAK DA festzumachen:

    • Einsatzradius von circa 9.000 Kilometer plus Luftbetankung
    • Waffenlast von rund 30 Tonnen – hauptsächlich Marschflugkörper wie der künftige (ebenfalls verkappte) Ch-101
    • leistungsstarkes Radar, das Missionen außerhalb gegnerischer Lufträume ermöglicht
    • max. Geschwindigkeit im Unterschallbereich.

    Alle gegenwärtig und künftig verfügbaren Tarnkappentechnologien werden beim russischen „Zukunftsbomber“ sicherlich angewandt. Die Hauptfunktion der Maschine ist schließlich die Bekämpfung strategischer Ziele, die eine direkte Gefahr für Russlands Sicherheit sind.

    Allerdings ist ein ziviler Einsatzzweck für die PAK DA nicht per se auszuschließen: Die hohe Nutzlast der Maschine in Kombination mit ordentlich dimensionierten Waffenschächten lässt Einsätze als Startplattform für Satelliten zu – nach dem Stratostart-Prinzip.

    Den Vortrieb der künftigen russischen Kampfmaschine liefert ein Triebwerk, das eigens für das „Erzeugnis 80“ entwickelt wird: die NK-65-Turbine. Das Strahltriebwerk übernimmt viele technische Lösungen, die im Hochleistungsmotor der Tu-160 bereits erprobt wurden. Der Verdichter dürfte jedenfalls aus dem NK-32 des Überschallbombers stammen, den Fanrotor übernimmt das Triebwerk der PAK DA vom NK-93.

    Drei Jahrzehnte technischen Wissens nimmt der Motor des russischen „Zukunftsbombers“ somit auf. Was die Entwicklungszeit entsprechend verkürzen sollte: In den kommenden drei bis vier Jahren sei mit dem Testbeginn der PAK DA zu rechnen, schreibt das Portal.

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    Tags:
    USAF, Russland, USA, Langstreckenbomber, PAK DA, Tarnkappenbomber B-21 Raider, B-21 Raider