14:56 14 Dezember 2019
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    Starship-Raketen auf dem Mars (Symbolbild)

    Mars-Invasion der USA: Dient Elon Musk als Pionier oder Trojaner?

    © Foto : Official SpaceX Photos
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    Eroberungsvehikel – sind die Falcons, Dragons und Starships von Space X womöglich nur das? Und das im Auftrag des Staates? Das Portal „Swesda“ berichtet.

    Steuerungssysteme von Raketen lassen sich nicht mal ebenso an neue Träger anpassen. Ein Steuerungsprogramm ist fest in die Hardware einer Trägerrakete eingeflochten, in die ganzen Kabel, Rohre, Schläuche, in die Pneumatik und Hydraulik. Hinzukommen die Steuerungslinks, die den Flugkörper mit der Bodenstation verbinden.

    Da kommt aber einer wie Elon Musk, der geniale Erfinder, legt eine nach nur fünf Jahren Entwicklungszeit fertige Rakete hin und erklärt: Hier, eine gute Trägerrakete. Entspricht nach Parametern exakt der Technik in Cape Canaveral und Vandenberg.

    Unmöglich, sagt Dmitri Konanychin – einer, der laut dem Portal an der Entwicklung der russischen Trägerrakete „Angara“ mitgewirkt hat.

    „Musk hat mit einem Mal ein eigenes Triebwerk, ein eigenes Steuerungssystem, eine eigene Rakete, die in die Steuerungssysteme der amerikanischen Weltraumbahnhöfe komplett integriert ist. Das geht nicht.“

    Woher hat Musk die exakten technischen Daten? Wie kam er an die Software ran, die nötig ist, um eine Rakete an die Startanlage zu koppeln? Man könnte in den offiziellen Erklärungen aus den USA nach Antworten auf diese Fragen suchen, schreibt „Swesda“: Aber wie sinnvoll wäre das?

    US-Regierung handelt mit privater Hand

    Extraterrestrische Objekte zu kolonisieren, ist den Staaten der Welt durch völkerrechtliche Verträge verboten. Der „Weltraumvertrag“, im Dezember 1966 durch eine UN-Resolution vereinbart, ist so ein Dokument. Gilt auch für den Mars, unseren Nachbarplaneten.

    Einem Staat, sollte er beabsichtigen, ein extraterrestrisches Territorium zu erobern und dauerhaft zu besetzen, sind nach dem Vertrag die Hände gebunden. Auf staatliche Strukturen kann eine Regierung also nicht bauen, auf private aber (zumindest am Anfang des Vorhabens) schon: Privates Engagement im Weltraum ist weniger streng geregelt, schreibt das Portal.

    Wer zuerst kommt, schürft zuerst. Auch das gilt für den Mars. Nur wer es schafft, sich rechtzeitig großer Flächen unseres Nachbarplaneten zu bemächtigen, der gewinnt – und sei er auch eine Privatperson, so das Portal. Die NASA peilt bei ihrer bemannten Mars-Mission das Jahr 2035 an. Eine Bewirtschaftung des roten Planeten könne dann frühestens 2060 beginnen. Ein staatliches Programm mit den ganzen Normen, Vorschriften und Abstimmungsverfahren dauert nun mal.

    Da kommt ein Elon Musk als Treiber und Beschleuniger gerade recht. Denn der ist ja de jure ein Selbständiger. Er unternimmt, was er will, auf eigene Faust und vor allem Verantwortung – sei es auch das absonderlichste Abenteuer, schreibt „Swesda“.

    Wird die Erschließung des Weltraums zur Privatsache, hat die US-Regierung freie Hand, so das Portal: Lästige Vorschriften, Normen und Standards gehen auf der Reise zum Mars über Bord. Kommt es zu Unfällen, womöglich mit Toten, haftet der Unternehmer.

    Realpolitik und Privatinteressen

    Gut möglich also, schreibt „Swesda“, dass eben darin der Grund dafür zu finden ist, dass der Schwerpunkt im Mars-Programm der Vereinigten Staaten sich von staatlichen Strukturen weg hin zu Privatfirmen verlagert. Privatfirmen, die auf magische Weise in den Besitz staatlicher Weltraumtechnologien gelangen.

    Abwegig? Wirklich? In einer Zeit, in der die Rohstoffvorkommen unseres eigenen Planeten nahezu ausgeschöpft sind? Der einzige Ersatzplanet, der für uns irgendwie vielleicht erreichbar ist, ist immer noch der Mars, so das Portal.

    Bleibt aber die Sache mit den internationalen Verträgen. Ha! Wie der Westen, wie die Vereinigten Staaten mit der Einhaltung solcher Vereinbarungen umgehen, wissen wir. Der Umgang hat System.

    Wie sagt doch der Lateiner: „Wer zu spät kommt, kriegt nur Knochen.“ In diesem konkreten Fall bekommen die Spätzünder eine Entdeckungstour nach Mars-Amerika – im besten Fall. Im schlimmsten: eine marsbasierte amerikanische Flug-, Raketen- und Satellitenabwehr, schreibt das Portal. 

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    Tags:
    Starship, Falcon, Dragon, Mars, NASA, SpaceX, Elon Musk